Hochbeet befüllen – Schicht für Schicht zum Gärtner*innenglück

April

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von Debo // in Gartentipps

10 Kommentare

Ein Hochbeet befüllen, ist eine Wissenschaft für sich. Vier oder fünf Schichten sollte ein Hochbeet haben. Welche das sind und wie ihr die einfüllt, lest ihr hier! 

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Ein Hochbeet bringt euch richtig viele Vorteile – wenn ihr das Beet richtig befüllt. Welche Schichten im Hochbeet ihr braucht und wie sie angeordnet sind? Wie in unserem Beitrag zum Planen und Anlegen eines Hochbeets schon geschildert: Ein Hochbeet ist im Prinzip ein Beet auf einem Komposthaufen. Die Schichten sorgen für eine etwas höhere Temperatur als in „normalen“ Beeten. Durch die Reihenfolge versorgt sich das Beet außerdem quasi von allein mit Nährstoffen, sodass auch Kohl, Kürbis & Co. munter drin wachsen und reif werden.

Damit das Gären und die anderen zersetzenden Prozesse im Hochbeet nicht überhand nehmen und die angesäten und ausgebrachten Pflanzen nicht verderben, sollte man die Schichtung relativ geplant angehen. Dabei gilt: Von unten nach oben gesehen, füllt ihr euer Hochbeet zuerst mit groben, unzersetzten Bestandteilen und lasst dann Schichten mit mehr oder weniger verstoffwechselten Dingen folgen.

Ein Hochbeet befüllen – so geht’s!

Nach dem Bau eurer  Hochbeete steht das Befüllen an. So geht ihr vor:

Hochbeet befüllen, Schicht 1: Äste, Strauchschnitt, Reisig

Eine Frau befüllt ein Hochbeet mit Ästen.
Wir bedienen uns immer großzügig am Häckselhaufen in unserer Kleingartenkolonie. Bestes Material fürs Hochbeet!
Eine Frau befüllt ein Hochbeet mit Zweigen.
Verschiedene Größen des Ast- und Strauchschnitts sorgt für eine gute Verteilung des Materials.

Auf den Draht am Boden eures Hochbeets legt ihr Äste, Strauchschnitt, Reisig, Laub und auch Wurzelstöcke. Alles, was euch nach dem Winter oder vor dem Herbst so in die Finger kommt. Die unterste Schicht im Hochbeet soll möglichst viele Tierchen anlocken bzw. überhaupt erst ins Hochbeet bringen. Außerdem sorgt die Schicht für eine gute Belüftung der restlichen Inhalte des Hochbeets. Weil sie so lange zum Verrotten brauchen, solltet ihr hier auf Nadelgehölz-Äste verzichten.

Optional: umgedrehte Grassoden

Hochbeet befüllen, Schicht 2: Nahaufnahme von Grassoden, die in einem Hochbeet aufgeschichtet wurden.
Nahaufnahme der Grassoden in Schicht 2 bei einer früheren Befüllung unseres Hochbeets.

Auf die grobe Astschicht im Hochbeet füllt ihr Grassoden, die ihr mit der Grasseite nach unten legt. Lockert die Wurzeln mit einer Grabegabel auf. Die Soden sorgen a) für eine Regenwurmparty in eurem Hochbeet und geben b) noch Spitzen-Material zum Verrotten ab.  Ihr habt keine Grassoden zur Hand? Dann reicht auch etwas Erde an dieser Stelle, um die Zersetzung der Äste darunter etwas in Gang zu bringen. Wir verzichten inzwischen auf die Grassoden, weil unser Boden mit Schwermetallen belastet ist.

Hochbeet befüllen, Schicht 3: Häckselgut, unreifen Kompost oder auch Mist

Porträt von Deborah Hucht beim Befüllen eines Hochbeets mit unreifem Kompost.
Der unreife Kompost sorgt für reichlich Bodenleben im Hochbeet.
Deborah Hucht befüllt ein Hochbeet mit Kompost und Staudenschnitt.
Wurzeln, Staudenschnitt, etc. in dieser Schicht könnt ihr euren Gartenabfall verwenden.

Als dritte Schicht füllt ihr nun Häckselgut oder unreifen Kompost ins Beet. Ihr kennt jemanden mit einem Pferd oder anderen Vierbeinern? Super! Ihr könnt hier wahlweise auch groben Mist (mit Stroh vermischt) ins Hochbeet hineingeben. Außerdem eignet sich an dieser Stelle auch Schnittgut von hohen Stauden oder Gräsern. Wir haben das Beet an dieser Stelle mit unreifem Kompost gefüllt. Darin waren auch einige Regenwürmer und Asseln sowie diverse Tierchen, die wir gar nicht bestimmen konnten. Kurzum: Hier bringt ihr ordentlich Bodenlebewesen ein.  Achtet darauf, dass das Häckselgut nicht zu viel Nadelgehölz enthält. Das braucht dank ätherischer Öle ewig zum Zersetzen und eignet sich hier nicht so gut.

Hochbeet befüllen, Schicht 4: Kompost

Over-the-shoulder-Shot einer Frau, die eine Schubkarre mit Hochbeet-Kompost schiebt.
Hello, Hochbeet-Kompost!
Eine Frau befüllt ein Hochbeet mit Kompost der Marke Floragard.
Den Kompost füllen wir ca. 20 Zentimeter hoch ein.
Eine Frau leert einen Sack Hochbeet-Kompost in ein Hochbeet.
Kleiner Tipp: Wenn ihr die Säcke unten aufschneidet, geht das Befüllen des Hochbeets ruckzuck!
Close-up einer Frau, die eine Handvoll Kompost in die Kamera hält.
Schwarzes Gold: Der Kompost riecht und „krümelt“ gut.

Nun seid ihr fast schon oben angekommen: An sdieser Stelle befüllt ihr euer Hochbeet mit Kompost. Dieser muss noch nicht völlig reif sein, er sollte aber auch keine groben Stücke mehr enthalten. Wir haben  Bio-Hochbeet-Kompost von Floragard** genutzt. Den haben wir schon öfter im Garten verwendet und können ihn euch sehr guten Gewissens empfehlen! Wenn ihr einen großen Komposthaufen habt – greift gern auf das Material zurück!

Hochbeet befüllen, Schicht 5: Gartenerde

Eine Frau schiebt eine Schubkarre mit Gartenerde der Firma Floragard.
Lecker! Wir freuen uns schon auf die yummy Ernte aus dem Hochbeet.
Eine Frau schichtet einen Sack Floragard-Gartenerde auf einen Haufen.
Für die Befüllung eines unserer großen Hochbeete benötigen wir gut 400 l Erde.
Ein Hochbeet wird mit Erde der Firma Floragard befüllt.
Wenn man einmal drin ist, geht das Befüllen der Hochbeete ziemlich flott. Und trainiert seine Arme!
Ein Mann schneidet einen Sack mit Erde auf, um ein Hochbeet zu befüllen.
Bei den letzten Säcken durfte Florian dann auch helfen.

Das Hochbeet zu füllen, ist bald schon geschafft. Zuoberst kommt euer Substrat, in diesem Fall die  Gartenerde Lecker!**. Auch die haben wir bereits einige Male getestet und für gut befunden. Solltet ihr woanders Erde beziehen, achtet darauf, dass sie torffrei ist, nährstoffreich und frei von Wurzeln etc.

Die Schichten im Überblick

  1. Äste und Strauchschnitt
  2. umgedrehte Grassoden (optional)
  3. Häckselgut, Schnittgut oder unreifen Kompost mit viel Struktur, auch: Mist & Stroh
  4. reifer Kompost
  5. nährstoffreiche Gartenerde

Tipps für das Befüllen eurer Hochbeete

Hochbeet befüllen: Deborah Hucht harkt Kompost in einem Hochbeet zurecht.
Wenn die Erde absackt, könnt ihr entweder frische drauffüllen oder ihr legt im Herbst mit Kompost nach.

Durch die Zersetzung der unteren vier Schichten zu nährstoffreichster Erde rutscht die Füllung des Hochbeets langsam ab. Nach einer, spätestens der zweiten Gartensaison solltet ihr (von oben) mit Pflanzerde nachlegen. Nach sechs bis sieben Jahren solltet ihr das Hochbeet einmal komplett leeren und neu befüllen. Und am Ende noch ein Tipp: Füllt eure Hochbeete gleichmäßig mit den verschiedenen Bestandteilen auf. Bei fünf Schichten bedeutet das bei unserer Höhe von etwa 87 Zentimetern eine Füllhöhe zwischen 15 und 20 Zentimetern pro Schicht.

Close-up einer Frau, die eine Kohlpflanze in ein frisch befülltes Hochbeet setzt.
In das frisch befüllte Hochbeet wandern Brokkoli, Kohlrabi und diverse Salate.

Fertig befüllt kann das Hochbeet nun direkt bepflanzt werden. Wie ihr seht, pflanzen wir in Mischkultur. Und setzen auf Ollas als Bewässerung im Hochbeet!

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  • Ihr Lieben,
    ich finde es sooooo toll, wenn junge Leute wie Ihr sich derart dem Gärtnern verschreiben!!! Einfach wunderbar!!!
    Für mich ist mein Garten ein Kraftquell schlechthin, auch ein Ort der mich immer wieder inspiriert und wo ich Ruhe und Erholung finde.
    Jetzt aber zu meinen Hochbeeten – ich möchte sie Euch nämlich gerne vorstellen – hier die entsprechenden Links:
    https://heidis-gruene-ecke.blogspot.com/2016/04/hochbeete-eine-ganz-groartige-erfindung.html
    https://heidis-gruene-ecke.blogspot.com/2016/05/das-ertragreiche-hochbeet.html

    Jetzt bin ich gespannt, wie Euch meine Hochbeete gefallen. Ein großer Vorteil ist auch der, dass sie relativ bequem „umziehen“ können. Wir mussten das praktizieren, als sich ein Traum erfüllte und ich ein zugegeben sehr kleines Gewächshaus bekam…

    Schaut einfach mal bei mir rein. Bis dahin!

    Alles Liebe

    Heidi

    • Hallo Heidi,

      danke für deine lieben Worte 🙂 Und die Links – das mit den Stufen ist ja wirklich eine klasse Idee! Wie hast du die Bretter denn behandelt, dass sie so lange halten?
      Wir haben übrigens mittlerweile auch noch Hochbeete, die etwas flexibler sind, nämlich aus Palettenrahmen.
      Liebe Grüße
      Debo

  • … Super! Danke euch fürs Wissen teilen.
    Eine Frage: gibt es Geaäst, das mein meiden soll? Nussbaum? Schlägt er vielleicht wieder aus? Kirschlorbeer- zu giftig?
    Freu mich auf eure Antwort!

    • Hi Susi, sehr gern geschehen 🙂
      Ich habe eine ganz persönliche Abneigung gegen Kirschlorbeer, deswegen käme der allein schon nicht in unsere Beete.
      Aber: Generell kann da – in Maßen! – alles rein. Baum -und Strauchschnitt von Kirschlorbeer und Nadelhölzern würde ich immer noch kleinhäckseln, dann zersetzen die sich schneller. Und eben mit anderem Schnittgut mischen. Bei Nussbaum hätte ich keinerlei Bedenken. Ausschlagen wird da nichts, solange die oberen Schichten entsprechend hoch sind.
      Liebe Grüße und viel Erfolg!

  • Liebe Debo,
    die Bretter haben wir jeweils mit Holzschutzöl für den Außenbereich gestrichen. Natürlich haben wir nur solche Holzschutzöle verwandt, die schadstofffrei waren.
    Das versteht sich bei einem Hochbeet für Gemüse, Salate, Kräuter und Co. ja von selbst.
    Natürlich halten die Bretter dennoch nicht ewig, aber dafür sind sie schnell und unproblematisch auszuwechseln, wenn die Verrottung des Holzes es nötig macht.
    Alles Liebe
    Heidi

    • Hallo Heidi,

      sowas bietet sich bei Brettern aus Fichte oder Kiefer auf jeden Fall an. Douglasie und andere Harthölzer können mit Wind und Wetter eigentlich ganz gut umgehen, da braucht es keine weitere Behandlung. Wenn, dann sollte man auf jeden Fall schadstofffrei oder zumindest -arm streichen, da geb ich dir völlig Recht.:)
      Liebe Grüße

  • Hallo zusammen,
    wer kann mir sagen ob ich in die 1. Schicht auch die Äste von Lorbeerstrauch einfüllen darf? Da Lorbeer sehr wüchsig ist, habe ich Bedenken dass dieser sich in meinem neuen Hochbeet vermehrt.
    Vielen Dank für eure Meinung
    Sylvia

    • Hej! Wenn dein Hochbeet ähnlich hoch ist wie unseres, sollte das kein Problem sein. Da kommt dann ja einiges drauf und dadurch entsteht unten im Beet eine gewisse Temperatur, die verhindert, dass etwas anwächst. LG Debo

    • Hi Pia,
      Da Bambus kompostierbar ist kannst du ihn sicher in das Hochbeet mit rein machen. Da er aber schwer zu kompostieren ist, würden wir ihn vorher noch schreddern und mit anderem Holz gemischt verwenden.
      Viele Grüße
      Florian

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