Ein Hochbeet zu befüllen, ist eine Wissenschaft für sich. Vier oder fünf Schichten sollte ein Hochbeet haben. Welche das sind und wie ihr die einfüllt, lest ihr hier!
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Ein Hochbeet bringt euch richtig viele Vorteile – wenn ihr das Beet richtig befüllt. Welche Schichten im Hochbeet ihr braucht und wie sie angeordnet sind? Das haben wir euch hier einmal Schritt für Schritt aufgedröselt. Warum diese Schichten überhaupt notwendig oder nützlich sind?! Ein Hochbeet ist im Prinzip ein Beet auf einem Komposthaufen. Die Schichten sorgen für eine etwas höhere Temperatur als in „normalen“ Beeten. Durch die Reihenfolge versorgt sich das Beet über die Zeit einer Gartensaison theoretisch von allein mit Nährstoffen, sodass auch Kohl, Kürbis und andere Starkzehrer munter drin wachsen und reif werden.
Damit das Gären und die anderen zersetzenden Prozesse im Hochbeet nicht überhand nehmen und die angesäten und ausgebrachten Pflanzen nicht verderben, solltet ihr die Schichtung geplant angehen. Dabei gilt: Von unten nach oben gesehen, füllt ihr euer Hochbeet zuerst mit groben, unzersetzten Bestandteilen und lasst dann Schichten mit mehr oder weniger verstoffwechselten Dingen folgen.
Vor dem Befüllen: Schützt euer Hochbeet
Bevor ihr auch nur eine einzige Schicht einfüllt, lohnt es sich, das Hochbeet „wetterfest” zu machen und gegen ungebetene Gäste zu wappnen. Ein engmaschiges Wühlmausgitter am Boden hält all die kleinen Mitbewohner draußen, die sich sonst herzlich gern an euren Wurzelgemüsen bedienen würden. Einfach zuschneiden, einlegen und festtackern, fertig. An den Innenwänden empfehlen wir zusätzlich Noppenfolie: Sie schützt das Holz vor Feuchtigkeit und verlängert die Lebensdauer eures Hochbeets erheblich. Klingt nach einem Extra-Schritt – ist aber einer, den ihr euch später nicht bereuen werdet. In unserer Bau-Anleitung zum Hochbeet seht ihr genau, wie das mit dem Draht und der Folie geht.
Ein Hochbeet befüllen – so geht’s Step by Step!
Klassischerweise befüllt ihr Hochbeete mit fünf Schichten. Wir machen es uns gern etwas einfacher und verwenden nur vier Schichten. In diesem Abschnitt lest ihr, welche das sind – und auf welche Schicht wir verzichten.
Schicht 1: Äste, Strauchschnitt, Reisig


Auf den Draht am Boden eures Hochbeets legt ihr Äste, Strauchschnitt, Reisig, Laub und auch Wurzelstöcke. Alles, was euch nach dem Winter oder vor dem Herbst so in die Finger kommt. Die unterste Schicht im Hochbeet soll möglichst viele Tierchen anlocken bzw. überhaupt erst ins Hochbeet bringen. Außerdem sorgt die Schicht für eine gute Belüftung der restlichen Inhalte des Hochbeets. Weil sie so lange zum Verrotten brauchen, solltet ihr hier auf Nadelgehölz-Äste verzichten.
Optional: umgedrehte Grassoden

Auf die grobe Astschicht im Hochbeet füllt ihr Grassoden, die ihr mit der Grasseite nach unten legt. Lockert die Wurzeln mit einer Grabegabel auf. Die Soden sorgen a) für eine Regenwurmparty in eurem Hochbeet und geben b) noch Spitzen-Material zum Verrotten ab. Ihr habt keine Grassoden zur Hand? Dann reicht auch etwas Erde an dieser Stelle, um die Zersetzung der Äste darunter etwas in Gang zu bringen. Wir verzichten inzwischen auf die Grassoden, weil unser Boden mit Schwermetallen belastet ist.
Schicht 2: Häckselgut, unreifen Kompost oder auch Mist


Als nächste Schicht füllt ihr nun Häckselgut oder unreifen Kompost ins Beet. Ihr kennt jemanden mit einem Pferd oder anderen Vierbeinern? Super! Ihr könnt hier wahlweise auch groben Mist (mit Stroh vermischt) ins Hochbeet hineingeben. Außerdem eignet sich an dieser Stelle auch Schnittgut von hohen Stauden oder Gräsern. Wir haben das Beet an dieser Stelle mit unreifem Kompost gefüllt. Darin waren auch einige Regenwürmer und Asseln sowie diverse Tierchen, die wir gar nicht bestimmen konnten. Kurzum: Hier bringt ihr ordentlich Bodenlebewesen ein. Achtet darauf, dass das Häckselgut nicht zu viel Nadelgehölz enthält. Das braucht dank ätherischer Öle ewig zum Zersetzen und eignet sich hier nicht so gut.
Schicht 3: Kompost




Nun seid ihr fast schon oben angekommen: An sdieser Stelle befüllt ihr euer Hochbeet mit Kompost. Dieser muss noch nicht völlig reif sein, er sollte aber auch keine groben Stücke mehr enthalten. Wir haben Bio-Hochbeet-Kompost von Floragard** genutzt. Den haben wir schon öfter im Garten verwendet und können ihn euch sehr guten Gewissens empfehlen! Wenn ihr einen großen Komposthaufen habt – greift gern auf das Material zurück!
Schicht 4: Gartenerde




Das Hochbeet zu füllen, ist bald schon geschafft. Zuoberst kommt euer Substrat, in diesem Fall die Gartenerde Lecker!**. Auch die haben wir bereits einige Male getestet und für gut befunden. Solltet ihr woanders Erde beziehen, achtet darauf, dass sie torffrei ist, nährstoffreich und frei von Wurzeln etc.
Die Hochbeet-Schichten: wie viel ihr braucht
Wir empfehlen bei den Hochbeeten eine Höhe von 80 bis 90 Zentimetern. Dann macht das gärtnern richtig Spaß und ist schön rückenschonend. Wie viel ihr wovon braucht, lest ihr hier:
- Äste und Strauchschnitt – 20-25cm
- umgedrehte Grassoden (optional)
- Häckselgut, Schnittgut oder unreifen Kompost mit viel Struktur, auch: Mist & Stroh – 15-20cm
- reifer Kompost – 20-25cm
- nährstoffreiche Gartenerde – 20cm
Um zu kalkulieren, wie viel Liter Material ihr braucht, nutzt ihr die folgende Formel: Länge x Breite x Höhe.
Ein Paletten-Hochbeet hat zum Beispiel eine Grundfläche von 120x80cm. Wenn ihr vier Rahmen übereinander setzt, habt ihr 80 cm Höhe. Das entspricht 0,768 Kubikmetern oder 768 Liter, die ihr einfüllen müsst. Dafür empfehlen wir:
- ca. 200 Liter Strauchschnitt
- ca. 180 Liter Häckselgut
- ca. 200 Liter Kompost
- ca. 200 Liter Erde
Mini-Hochbeete richtig befüllen
Die meisten unserer Hochbeete sind ca. 80 Zentimeter hoch. Da bekommt ihr locker vier Schichten unter. Doch was ist eigentlich mit Mini-Hochbeeten, die nur 40 oder 60 Zentimeter hoch sind? Wir empfehlen euch Folgendes:
- Legt nur ganz wenig Äste unten hinein, vielleicht 5cm hoch
- Füllt darauf eine ebenfalls dünne Schicht Häckselgut, auch ca. 5cm hoch
- Kompost und Erdschicht sollten “regulär” hoch sein, 15 bis 20cm jeweils
Der beste Zeitpunkt zum Befüllen
Kurze Antwort: eigentlich immer. 🙂 Lange Antwort: Der Herbst ist ideal für Befüllen der Beete. Die Schichten haben dann den Winter über Zeit zum Setzen und Gären, bevor ihr im Frühjahr loslegt. Wer im Frühjahr neu baut, kann aber auch direkt starten. Es kann sein, dass zarte Pflänzchen wie Salate etwas Mühe haben, den Zersetzungsprozessen im Beet standzuhalten. Wichtig ist uns aber: MACHEN! Ihr habt ein Hochbeet im Frühjahr gekauft? Dann befüllt es auch direkt. Am besten vier Wochen, bevor ihr aussät und einpflanzt. Ein befülltes Hochbeet, das ein paar Wochen stehen darf, bevor es bepflanzt wird, ist ein glückliches Hochbeet.
Was tun, wenn das Hochbeet abgesackt ist?

Wenn ihr schon eine Saison mit dem Hochbeet hinter euch habt, wisst ihr: Ein Hochbeet sackt gern mal ab. Das ist völlig normal: Durch die Zersetzung der unteren Schichten sackt die Erde im Hochbeet mit der Zeit ab. Kein Grund zur Panik. Ihr könnt ganz einfach von oben mit reifem Kompost oder frischer Pflanzerde nachlegen. Wir machen das so:
- oberste Schicht Erde runternehmen (nicht wegtun!)
- mit reifem Kompost oder Mist auffüllen
- Erde wieder drüberschichten. Dabei mischen wir gern Bodenaktivator oder Effektive Mikroorganismen drunter. So hat die “ausgelaugte” Erde direkt wieder mehr Power.
Nach spätestens sechs bis sieben Jahren ist dann eine komplette Neubefüllung fällig. Das klingt nach viel Arbeit, ist aber auch eine gute Gelegenheit, das Beet noch einmal richtig durchzulüften und neu zu starten.

Fertig befüllt kann das Hochbeet nun direkt bepflanzt werden. Wir folgen dazu der Mischkultur – das heißt, wir setzen Pflanzen nebeneinander, die sich gegenseitig vor Schädlingen schützen. Oder die sich Nährstoffe zuschieben. So spart ihr euch Gartenarbeit und habt über den Sommer mehr Zeit, den Garten zu genießen!
Hochbeet befüllen für kleines Geld
Uns ist klar, dass nicht jeder das Budget hat, literweise Erde und Kompost zu kaufen. Good News: Es geht auch in günstig. HIer kommen unsere Tipps, um beim Hochbeet-Befüllen Geld zu sparen:
- Häckselgut gibt’s oft auf dem Reyclinghof. Bei uns im Kleingarten kam einmal im Jahr der Häcksler, da haben wir uns was abgezwackt. Und: Es lohnt sich, einen eigenen Häcksel zu kaufen. Grünschnitt fällt ja immer mal an…
- Statt unreifem Kompost könnt ihr wunderbar Pferde- oder Hühnermist nutzen. Wenn ihr in der Stadt wohnt, fahrt mal raus zu einem Betrieb vor den Toren der Stadt. Dort könnt ihr euch oft in Eimer etwas mitnehmen.
- Erde bekommt ihr auch auf dem Recyclinghof. Meist bekommt ihr die lose zum selbst Abholen oder in Säcken (dann etwas teurer). Achtet hier darauf, dass diese auf Schadstoffe geprüft ist. Wir hatten im Kleingarten ja ein Thema mit Schwermetall-Belastung – die ist in gekaufter Erde aus dem Handel ausgeschlossen.
FAQ: Was darf eigentlich ins Hochbeet?
In Social und hier in den Kommentaren lesen wir immer wieder sowas wie: Was darf eigentlich nicht ins Hochbeet? Wir haben Fragen und Antworten rund um die richtige Befüllung eines Hochbeets gesammelt.
Darf Schnittgut von Walnussbäumen ins Hochbeet?
In kleinen Mengen und kleingeschnitten: Ja! Wenn ihr nur Schnittgut von Walnuss und anderen sehr säurehaltigen Bäumen wie z.B. Eichen habt, mischt das lieber mit anderem Grünschnitt.
Kann ich Kirschlorbeer ins Hochbeet tun?
Wir persönlich vermeiden es, Kirschlorbeer auf den Kompost oder ins Hochbeet zu tun. Wenn ihr nur ein ganz bisschen habt und ihn klein häckselt und dann gut untermischt, dürfte es passen.
Thuja ins Hochbeet – ja oder nein?
Bei Thuja, Zypressen und sowas verfahren wir wie mit Kirschlorbeer: Bei uns kommt das nicht ins Beet. Theroretisch könnt ihr es aber reintun.
Sollte ich Eiben-Schnittgut ins Hochbeet geben?
Eibe ist ein heimischer Baum und deshalb darf er bei uns als Ast oder als Häcksel auch ins Hochbeet.
Was ist mit frischen Weiden – dürfen die ins Hochbeet?
Frische Weiden und andere wüchsige Kollegen wie etwa Haselnuss oder Holunder könnt ihr ins Hochbeet geben. Achtet drauf, dass die Äste weit unten liegen. Wenn Licht oder Wasser drankommt, kann es sein, dass die Äste austreiben und Wurzeln im Beet bilden. Wenn ihr also ein Mini-Hochbeet habt, vielleicht lieber kleinhäckseln.
Ich hab so viel Unkraut. Kann das ins Hochbeet?
Ihr könnt “Unkraut” in der Kompost-Schicht ins Hochbeet geben. Achtet drauf, dass es keine Samen ausgebildet hat und dass genügen Erde drauf liegt. Sonst habt ihr ganz schnell eine Löwenzahn-Farm im Beet!
Wenn ihr euch jetzt immer noch fragt: Was darf nicht ins Hochbeet? Dann schaut mal in unserem Beitrag dazu vorbei!
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