Als wir unsere ersten Hochbeete gebaut hatten, waren wir erstmal richtig stolz. Und dann etwas ratlos: Wie und womit bepflanzen wir die Hochbeete denn nun? Über die Jahre haben wir einige Erfahrungen gesammelt. Und teilen sie hier mit euch.
Ihr seid auf der Suche nach Inspiration beim Bepflanzen eurer Hochbeete?
Hochbeete bepflanzen und pflegen – mit den richtigen Gerätschaften

Um Hochbeete zu bepflanzen, nutzt ihr im Prinzip dieselben Geräte wie für niedrige Beete. Legt euch die folgenden Helferlein zurecht, dann kann es losgehen:
- einen Grubber zum Auflockern des Bodens um Pflanzen herum – “den Grubber hier”* etwa
- eine Hacke zum Aufbrechen der größeren Schollen – wir schwören seit Jahren auf “das “Kleinhäckchen””*
- eine Harke zum Ebnen der Erde in den Hochbeeten – bei uns seht ihr “diese Harke nebst Blumenkelle in Action”*
- einen Besen für kleinere Pflegearbeiten – wir nutzen “diesen Rechen”*
- richtig praktisch ist auch ein “Blumenzwiebelpflanzer”*
Wie ihr seht, nutzen wir das Gardena-Combisystem. Das gibt es auch als „große“ Ausführung mit Stielen aus Esche (mega, haben wir auch!). Das kleine System mit dem ganz kurzen Griff und dem kürzeren Stielen bist super praktisch für Hochbeete, finden wir. Diese könnt ihr mithilfe einer Schraube ganz schnell ummontieren. Ihr braucht also nur noch einen Stiel oder einen Griff und die Aufsätze eurer Wahl.
Vor dem Aussäen und Bepflanzen: Hochbeete säubern
Habt ihr ein neues Hochbeet? Dann könnt ihr diesen Schritt skippen. Wenn ihr schon eine Weile mit Hochbeeten gärtnert, stehen folgende To Dos an:
- Das Beet von alten Pflanzenteilen befreien
- Beikraut aka Unkraut entfernen
- Die Erde auflockern
- Ggf. die Erde düngen oder erneuern
Beet von Laub und Pflanzenteilen befreien

Wir hatten für einen Teil unserer Hochbeete Frühbeetaufsätze aus alten Fenstern gebaut – was einerseits super war. Andererseits hat es dafür gesorgt, dass wir Lack- und Kittreste im Beet hatten. Diese zu entfernen, hat mit einem Drahtbesen super geklappt. Ihr recht damit sonst auch Stroh- oder sonstige Mulchüberbleibsel aus der vergangenen Saison zusammen.
Den Boden in den Hochbeeten vor dem Pflanzen auflockern



Bevor ihr die Hochbeete bepflanzt, lockert ihr die Erde darin mit Hacke und/ oder Grubber. Wir mögen ehrlich gesagt beides ganz gern. Einen Grubber nutzen wir da, wo schon etwas in den Beeten steht. Das schont die Wurzeln. Mit der Hacke könnt ihr Unkraut beseitigen und vor allem diese großen Erdschollen aufbrechen. Die entstehen leider immer, wenn man Erde in Säcken kauft. Und wenn es – wie wohl bei allen Gärtnern im vergangenen Sommer – sehr trocken wird und die Erde regelrecht verkrustet.
Wenn nötig: Dünger ausbringen
Einige Gartenratgeber weisen drauf hin, dass ihr nach dem Säubern Dünger aufbringen solltet. Da wir im Herbst Gründüngung eingesät haben, erübrigt sich dieser Schritt für uns im Frühjahr. Wichtig ist, dass ihr die Erde nach dem Auffüllen und Düngen etwas ruhen lasst. Sät erst nach knapp einer Woche ein.
Hochbeet bepflanzen: Reihen oder geordnetes Chaos?!
Erst einmal vorab: Das Hochbeet beackert ihr im Prinzip wie jedes andere Gemüse- oder Kräuterbeet auch. Bevor ihr aber die Hände in die Erde steckt, solltet ihr erstmal die Frage beantworten: Wie wollt ihr denn euer Hochbeet gestalten? Da gibt es zwei Wege. Ihr könnt euch einmal entscheiden zwischen klassischen Reihen und einem etwas organischeren Weg, das Hochbeet zu bepflanzen – nach dem Square-Foot-Gardening-Prinzip. Wenn ihr euch daran orientiert, unterteilt ihr euer Beet in Quadrate, die ihr dann bunt gemischt bepflanzt.
Hochbeet bepflanzen: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt eins: Reihen ziehen oder Quadrate abstecken

Ihr wollt aussäen? Dann braucht ihr Reihen. Zieht sie einmal durch das Beet. Wir planen die Reihen immer von Norden nach Süden ausgerichtet – so bekommen alle Pflanzen halbwegs gleichmäßig Sonne ab. Im Square-Foot-Beet plant ihr größere Pflanzen in der Mitte und denkt die Bepflanzung pyramidenförmig.
Schritt zwei: Pflanzen in die Hochbeete setzen oder einsäen






Nun geht es richtig los: Setzt eure Pflanzen in die Hochbeete und sät aus. Wir haben in das Hochbeet in den Bildern Mais und Kürbisse gesetzt sowie Stangenbohnen ausgesät. Richtig, wir haben ein Milpa-Beet erschaffen! In Schritt zwei pflanzt ihr oder ihr sät aus.
Um größere Setzlinge wie Mais- und Kürbispflanzen in die Erde zu bekommen, könnt ihr zum Beispiel eine Schaufel nutzen. Wir haben es uns richtig leicht gemacht – und einen Blumenzwiebelpflanzer zweckentfremdet. Achtet auf die Aussaattiefe: Die Faustregel ist, dass der Samenkorn etwa 1,5 bis 2x so tief in die Erde muss wie er groß ist. Der Abstand zu anderen Pflanzen kann variieren. Manche Samen sind auch sogenannte Lichtkeimer. Die solltet ihr nur festklopfen und nicht abdecken. Woher ihr wisst, wie ihr Saatgut aussäen solltet? Das steht hinten auf der Saatgut-Packung.
Schritt drei: Pflanzen markieren

Im nächsten Step markiert ihr die Reihen. Ihr könnt entweder fancy Pflanzschilder kaufen oder einfach die großen “Eisstiele” nehmen. Oder wie wir aus Ästen welche schnitzen.
Schritt vier: Gut angießen
Frisches Saatgut und frische gesetzte Pflänzchen brauchen in den ersten Tagen ein bisschen Liebe. Gießt das Beet kräftig an und achtete drauf, dass es in den ersten Tagen nicht austrocknet. Für die Pflanzen ist ein Umzug ins Beet erst einmal ein Schock.
Optional: Pflanzen gegen Tiere und Wetter schützen
Noch ein Extra-Tipp: Wenn ihr wie wir freche Vögel im Garten habt, solltet ihr euer Saatgut und die Pflänzchen mit einem Netz schützen. Wenn es doch kälter sein sollte als gedacht, könnt ihr euer Saatgut und Pflanzgut mit einem Vlies gegen die Kälte abschirmen.
Welche Pflanzen gehören in euer Hochbeet?
Ihr könnt ein Hochbeet wie ein “normales” Beet auch bepflanzen. Unser Tipp ist immer: Sät und pflanzt das, was euch schmeckt. Der Vorteil eines Hochbeets: Da es in dem hochgelegten Beet etwas wärmer als in den niedrigen ist und durch die besondere Befüllung des Hochbeets mehr Nährstoffe versammelt sind, könnt ihr hier mehr wagen. Bei uns wandern diese Pflanzen ins Hochbeet:
- empfindliche Pflanzen wie Lauch, Zwiebeln und Knoblauch
- empfindlicheund einjährige Kräuter, Basilikum oder Koriander etwa – wir setzen ins Hochbeet, was wir nicht in die Kräuterspirale gepflanzt bekommen.
- Schneckensnacks wie sämtliche Kohlsorten – im Hochbeet könnt ihr die ungebetenen Gäste viel besser in Schach halten
- Pflanzen, die viele Nährstoffe brauchen – Kürbisse, Tomaten und Gurken etwa
- Salate aller Art – das Ziel: Das ganze Jahr hindurch frisches Grün aus dem Garten
Da die Erde ja frisch eingefüllt ist und das Hochbeet noch „lebt“ und arbeitet, habt ihr in den ersten zwei Jahren besonders nährstoffhaltigen Boden. Darüber freuen sich besonders Kartoffeln und Kürbisse – bekennende Starkzehrer. In den folgenden Jahren wird die Power eures Hochbeets etwas abnehmen. Dann solltet ihr euch vielleicht auf Mittelzehrer wie etwa Möhren oder Schwachzehrer wie Salate konzentrieren. Oder ihr erneuert einfach die Erde und peppt sie mit Dünger oder Kompost weiter auf.
Wenn ihr euch jetzt noch fragt: Was darf nicht ins Hochbeet? Dann schaut mal in unserem Beitrag dazu vorbei!

Welche Pflanzen passen gemeinsam in ein Hochbeet?
Ihr habt die Möglichkeit, eure Hochbeete als getrennte Gemüse-, Obst-, Kräuter- und Blumenbeete anzulegen. Oder aber ihr setzt auf die Mischkultur. Bei der Mischkultur sät und pflanzt ihr Gemüse, Kräuter und Zierpflanzen nebeneinander und vor allem auch klug nacheinander. Heißt: Wenn die eine Pflanze abgeerntet ist, sät oder pflanzt ihr die nächste an die Stelle. Dabei solltet ihr drauf achten, wie viel Nährstoffe die Pflanzen brauchen. Und ob die erste Pflanze vielleicht Schädlinge angelockt hat, die die zweite Pflanze beim Wachsen hindern.
Mischkultur im Hochbeet: So gehts
Bei der Mischkultur solltet ihr darauf achten, dass die Pflanzen zueinander passen, die sich gegenseitig begünstigen. Kombinationen, die ihr im Hochbeet gut nebeneinander pflanzen könnt – sowohl in Reihen als auch beim Square-Foot-Gardening:
- Tomaten und Kräuter wie Petersilie oder Basilikum
- Tomaten und Bohnen
- Kürbis und Bohnen
- Rote Bete und Bohnen
- Rote Bete und Kohlgemüse
- Kohlgewächse und Tomaten
- Zwiebeln oder Lauch mit Möhren
- Erdbeeren und Knoblauch
- Salate neben höher wachsenden Pflanzen wie Erbsen, Bohnen oder Gurken
Worauf ihr auch achten solltet:
- Setzt die großen Pflanzen und Blumen in die Mitte, so hält sich der Schattenwurf in Grenzen.
- Rankende Pflanzen wie Kürbisse oder Kapuzinerkresse kommen an den Rand. So können sie ihre Arme nach draußen aus dem Beet auswerfen.
- Achtet bei der Mischkultur auf genügend Platz bei den Pflanzen. Kohl etwa braucht viel davon und erdrückt seine Nachbarn gern mal.
Ein Extra-Tipp: Wir setzen Schnittblumen nicht nur in unsere Schnittblumenbeete, sondern gern auch mal ins Gemüsebeet. Denn: Die Blüten locken Insekten an, was wiederum die Befruchtung fördert und vielviel Ernte verspricht!
Pflanzpläne für das Hochbeet
Wir kennen das Gefühl noch zu gut, dass wir am Anfang hatten. Komplette Überforderung und keine Peilung, was eigentlich ins Beet hineinsoll. Unter anderem deshalb haben wir ein Hochbeetbuch geschrieben. Darin findet ihr nicht nur eine Anleitung rund Themen wie Hochbeet bauen und ein Hochbeet richtig befüllen und ein Hochbeet durchs Jahr hindurch hegen und pflegen. Es finden sich darin auch richtig gute Pflanzpläne – finden wir zumindest! zwei davon teilen wir hier mit euch:
Pflanzplan Nummer eins: ein Beet Buntes

Wir lieben Farben – weshalb es bei uns in den Beeten gern mal bunt werden darf. Diese Pflanzen sorgen für Abwechslung im Gemüsegarten und auf dem Teller:
- bunte Buschbohnen, z.B. Purple Teepee oder Sanguino
- bunter Mangold in der Sorte Rainbow
- Salatmix, nämlich Babylea
- Was ihr noch hinzufügen könnt: Kornblumen – die Blüten könnt ihr sogar essen!
Pflanzplan Nummer zwei: Asia von “um die Ecke”
Eins unserer liebsten Gerichte: Asia-Wok. Außer dem Tofu, der Sojasoße und dem Reis kommt dafür alles bei uns aus dem Garten.

Im März sät ihr Koriander und Asiasalat.

Im Mai kommen ins Beet: Sojabohnen oder Edamame, Ingwer (gibt’s als Pflanze zu kaufen, lässt sich aber auch einfach anziehen), Hokkaido-Kürbis – selbst gezogen oder gekauft

Im Juli wandern diese Pflanzen ins Beet: Chinakohl, Pak Choi und Grünkohl
Wann ist eigentlich die beste Zeit, ein Hochbeet zu bepflanzen?
Wir gärtnern dank unserer Hochbeete mit Frühbeetaufsätzen fast das ganze Jahr hindurch. Inspiriert hat uns dazu Doris Kampas mit ihrem sensationellen Winterhochbeet-Buch. Für uns gibt’s also nicht DEN Zeitpunkt, mit dem Hochbeet zu starten. Aber wir haben natürlich ein paar Tipps für euch:
- Die erste Aussaat Hochbeet könnt ihr machen, wenn der Erstfrühling anklopft, also die Forsythie blüht.
- Empfindliche Pflanzen setzt ihr raus, wenn es nachts keinen Frost mehr hat. Traditionell könnt ihr ab Mitte Mai so richtig loslegen.
- Ihr könnt das Hochbeet bepflanzen bzw. draus ernten, solange es keine schweren Fröste hat. Wir säen z.B. im August diverse Gemüse ins Hochbeet um im Herbst und Winter nochmal richtig ernten zu können.
Ihr habt noch Fragen rund ums Hochbeet? Dann stellt sie gern mal hier in den Kommentaren.



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