Frühlingsanfang: eine Narzisse blüht in einem Beet.

Frühlingsanfang: Wann ihr im Garten loslegen könnt

Alle Jahre wieder stellt sich die gleiche Frage: Wann ist eigentlich Frühlingsanfang? Während wir ungeduldig auf die ersten warmen Sonnenstrahlen warten, liefert uns die Wissenschaft gleich drei verschiedene Antworten. Für uns Gärtner ist jedoch vor allem eine „Zeitrechnung“ entscheidend, die sich nicht nach dem Kalender, sondern nach der Natur richtet. 

Die “drei Gesichter des Frühlings”: meteorologisch, kalendarisch, phänologisch

Wie auch beim Herbstanfang gibt es drei Möglichkeiten, den Frühlingsbeginn zu bestimmen. Ihr könnt das Ganze aus verschiedenen Perspektiven betrachten:

  • Meteorologischer Frühlingsanfang: Meteorologen, also Wetterforscher, machen es sich ihre Arbeit etwas einfacher. Sie haben festgelegt, dass der Frühling am 1. März jedes Jahr anfängt. Dann können sie in der Statistik nämlich drei ganze Monate als Frühling deklarieren – März, April und Mai. 
  • Kalendarischer Frühlingsanfang: Der kalendarische Frühlingsanfang – auch astronomischer Frühlingsanfang genannt – richtet sich nach dem Stand der Sonne bzw. der Sterne. Er fällt auf die sogenannte Tag-und-Nacht-Gleiche. Im Jahr 2026 war der Frühlingsbeginn der 20. März. Frühlingsanfang im Jahr 2027 wird ebenfalls der 20. März sein.

  • Phänologischer Frühlingsanfang: Für Gärtner*innen ist nur das die einzig wahre Jahreszeiten-Angabe. Denn laut dem phänologischen Kalender hat der Frühlingsstart kein Datum. Die Jahreszeit beginnt, sobald die Natur entsprechend weit ist.

 

Frühlingsanfang: Mehrere blaue Krokusse blühen auf einem vollgeschneiten Rasen.
Solange sich die Krokusse im Schnee tummeln, ist der Frühlingsbeginn wohl noch fern.

 

Der phänologische Kalender: Die Natur als Taktgeber

Grafik des phänologischen Kalenders

In der Phänologie wird das Jahr nicht in vier, sondern in zehn biologische Jahreszeiten unterteilt. Der Vorteil: Regionale Temperaturunterschiede werden automatisch berücksichtigt. Während es im Süden Deutschlands schon blüht, kann bei uns im Norden noch tiefer Winter herrschen. Der phänologische Kalender zeigt genauer an: Blühen die Schneeglöckchen? Treibt der Flieder aus? Besonders spannend für den Übergang zum Erstfrühling und schließlich zum Hochfrühling ist ein ganz bestimmter Strauch: die Forsythie.

Wann beginnt laut Phänologie der Frühling?!

Laut phänologischem Kalender gibt es auch nicht DEN Frühlingsbeginn. Der Frühling teilt sich in drei Phasen auf. 

  1. Der Vorfrühling beginnt, wenn die Schneeglöckchen blühen und endet, wenn die Weidenkätzchen Pollen bekommen. Wir befinden uns zurzeit also im Vorfrühling, unsere Schneeglöckchen im Garten sind bereits etwas verblüht, die gelbbestaubten Weidenkätzchen habe ich aber bisher nur beim Floristen hier um die Ecke gesehen.
  2. Der Erstfrühling zeigt sich, wenn die Forsythie blüht und die Stachelbeere Blätter bekommt. Das ist in der Regel Mitte bis Ende März der Fall. 
  3. Von Vollfrühling spricht man, wenn die Apfelbäume blühen.

Ihr seht also: Es lohnt sich, bestimmte Zeigerpflanzen für die Jahreszeiten zu pflanzen. Unter anderem ein Grund, warum wir die Forsythien in unserem Kleingarten nicht entfernt haben. Und warum es sogar eine Pflanze mit aufs Land geschafft hat. 

Gelbe Blüte einer Forsythie.
Blüte einer Forsythie – jetzt ist Zeit für den Rosenschnitt!

 

Die Forsythienblüte: Der heimliche Startschuss für die Gartenarbeit

Sobald sich das leuchtende Gelb der Forsythien zeigt, wissen erfahrene Gärtner*innen: Jetzt erwacht die Natur endgültig aus dem Winterschlaf. Die Forsythienblüte ist ein klassischer Zeigerwert für den Erstfrühling. In der Phänologie bedeutet ihre Blüte, dass die Gefahr von dauerhaften, strengen Bodenfrösten in der Regel gebannt ist.

Was bedeutet die Forsythienblüte für euren Garten?

Die Forsythie ist weit mehr als nur ein schöner Farbtupfer nach den grauen Wintermonaten. Sie ist das Signal für wichtige Aufgaben:

  • Der perfekte Zeitpunkt für den Rosenschnitt: Das ist die goldene Regel im Gartenbau. Schneidet man Rosen zu früh, können Spätfröste die frischen Triebe schädigen. Blüht die Forsythie, ist die Zeit reif, die Schere anzusetzen und die Rosen für den Sommer fit zu machen.

  • Allgemeiner Gehölzschnitt: Auch die Forsythie selbst kann direkt nach ihrer Blüte geschnitten werden, um sie zu verjüngen.

  • Beete vorbereiten: Wenn die Forsythien leuchten, erwärmt sich der Boden langsam. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um die Beete von Unkraut zu befreien und die Erde für die erste Aussaat vorzubereiten. Wenn ihr neue Hochbeete habt und diese befüllen wollt, ist jetzt die perfekte Zeit! 

  • Aussaat von robusten Kulturen: Erste kältetolerante Gemüse wie Erbsen, Radieschen oder Spinat können nun oft schon direkt ins Freiland.

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Debo

2 Kommentare zu „Frühlingsanfang: Wann ihr im Garten loslegen könnt“

  1. Avatar von Marie

    Ein schönes Blog! Vielleicht ist das hier ja was für euch?
    https://blog.gls.de/bildung/gls-bank-nachhaltigkeits-blog-award-2018/

    Liebe Grüße!

    1. Avatar von Debo
      Debo

      Gute Idee, Marie, danke 🙂

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2 Gedanken zu „Frühlingsanfang: Wann ihr im Garten loslegen könnt“

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