Eins unserer ersten – und liebsten – DIYs im Garten war, ein Hochbeet selber zu bauen. In diesem Beitrag lest ihr, wie ihr ein Hochbeet aus Dielen selber baut. Und was ihr alternativ dazu aufstellen könnt.
Bevor ihr wissen wollt, wie ihr ein Hochbeet selber baut, stellt ihr euch vielleicht diese Frage: Was ist günstiger – ein Hochbeet selber zu bauen oder ein Hochbeet zu kaufen? Das zu beantworten ist leider gar nicht so einfach. Was ihr definitiv dabei beachten solltet:
- Wie wichtig ist euch das Material? Wir lieben unseren Holzfußboden in der Gartenlaube, weshalb wir unsere Hochbeete aus Douglasie gebaut haben.
- Wie groß oder klein ist euer Budget? Wie viel Skills habt ihr? Ein Hochbeet aus Paletten ist zum Beispiel schnell aufgestellt und kostet ca. 50 Euro. Unserer Meinung nach ist es perfekt für alle, die ein Hochbeet selber bauen – aber nicht zu viel Geld ausgeben wollen!
- Wollt ihr auf ein Standard-Maß zurückgreifen (aka ein Hochbeet kaufen) oder doch lieber ein individuelles Hochbeet selber bauen? Es gibt inzwischen auch Hersteller, bei denen ihr eure Beete nach Maß bestellen könnt.
So. Wenn ihr euch entschieden habt, ein Hochbeet selbst zu bauen, kann es losgehen.
Hochbeet selber bauen: Welches Material ihr braucht
Neben eurer Beetumrandung aus Holz benötigt ihr natürlich Schrauben en masse. Außerdem solltet ihr den Boden der Beete mit Draht auskleiden, um Wühlmausbefall zu verhindern. Und: Noppenfolie am Innenrand der Hochbeete sorgt für die optimale Ableitung von Regen- und zu viel Gießwasser. Wir haben zwei “normale Beete” mit den Maßen 200 x 80 x 87cm (LxBxH) gebaut. Zwei weitere Beete haben wir an der einen Seite höher gezogen, auf etwa 115cm. Diese verwenden wir – dann mit einem speziellen Aufsatz – als Frühbeete. Diese Materialien haben wir für unsere vier Hochbeete verwendet:
- 52x Glattkantbrett (Douglasie) in 300 cm x 14,4 cm x 2,7cm
- 9x Rahmenholz (Douglasie) in 300 cm x 7 cm x 7 cm
- 24x Einschlagbodenhülse in 71 x 71 x 750 mm*
- 2x Stabilit Drahtgitter 5 x 1,02 m, Maschenweite: 12,7 mm, Silber, verzinkt
- 26 m Guttabeta Star Noppenbahn, Breite: 1 m
- unendlich viele Schrauben Ø x L: 4,5 mm x 70 mm – wichtig: Die sollten aus Edelstahl sein. Sind teuer, halten aber selbst in Hamburg hervorragend.
- Drahtkrampen Ø x L: 2 x 20 mm, verzinkt
- vieleviele Tackerklammern, mind. 10 mm lang – oder einfach Dachpappennägel
Als Hilfsmittel für euren Hochbeet-Bau braucht ihr:
- Stichsäge oder Japansäge
- Akku-Bohrschrauber, oder am besten zwei Geräte: eins zum Vorbohren, eins zum Schrauben! ☺
- Bleistift
- Zollstock, Maßband, Schreinerwinkel und Wasserwaage bzw. Richtscheit
- Tacker
- Zimmermannshammer
- Vorschlaghammer – plus ein Kantholz zum Einschlagen
- Blechschere oder -Zange
- Cutter oder ein sehr gutes Messer
- eine Rolle Maurerschnur, wenn ihr mögt
- Stecken zum Markieren der äußeren Ecken
Hochbeet selber bauen: So geht’s
Bevor ihr mit dem Bau eurer Hochbeete loslegt, solltet ihr den Standort einmal aufräumen und von Pflanzen und/oder großen Wurzeln befreien. Den Boden mit einer Grabegabel oder einer Harke auflockern, hilft außerdem den kleinen Pipelchen im Boden schneller in euer Hochbeet hinein.
Schritt 1: den Standort Für euer SElbst gebautes HOchbeet vermessen

Ich will euch nicht wieder mit Neuntklässler-Mathe nerven. Aber wie auch bei unserer Hütte haben wir zunächst mal ein Schnurgerüst gezogen, um zumindest die Außenseiten der Hochbeete zu bestimmen. Dazu haben wir den Standort genau ausgemessen und die ersten Außenpfosten mithilfe von Stecken markiert. Dann haben wir die rechten Winkel bestimmt und die Positionen der restlichen Außenpfosten ebenfalls mit Stecken gekennzeichnet. Nun noch die Schnur gezogen – und jetzt wisst ihr während des Aufbaus, wo die Außenwände der Hochbeete hinsollen. Sehr praktisch, wenn wie bei uns die Einschlaghülsen schön schief geraten waren.
Schritt 2: alle Bretter und Hölzer zurechtsägen und vorbohren



Wir haben für jedes Hochbeet sechs Kanthölzer in unserer Wunschhöhe zugesägt. Die Dielen haben wir in kurze und lange Bretter zerteilt. Wir haben 48 „kurze“ Stücke mit 80 Zentimetern Länge und ebenso viele Stücke mit knapp 200 Zentimetern – minus der Stärke der Bretter – zugesägt. Wir haben die Beete auf Stoß geplant. Natürlich könnt ihr auch schönere Gehrungsschnitte machen, wir wollten aber schlicht Zeit sparen. Mit einem 4er-Holzbohrer haben wir die Bretter dann schonmal vorgebohrt. Die Bretter zusammenzuschrauben war am Ende noch anstrengend genug! ☺
Schritt 3 beim Hochbeet-Bau: die Eckpfosten im rechten Winkel zueinander versenken





Im nächsten Schritt des Hochbeet-Baus geht es dran, die Einschlaghülsen in den Boden zu bringen. Der Winter im Garten hat zum Glück mal ne Pause gemacht, sodass wir einen weichen, nicht gefrorenen Boden hatten. Mithilfe des Vorschlaghammers schlagt ihr die Hülsen also nun hinein. Mit einem Richtscheit oder der Wasserwaage könnt ihr nun checken, ob die Dinger auch im Wasser sind. Ist wirklich sinnvoll, sonst passen am Ende die Bretter nur semigut zusammen! Wir haben übrigens zuerst aus den ersten vier Brettern einen Rahmen gebaut, das hilft ungemein dabei, das Ganze gerade hinzubekommen.
Schritt 4: die erste Reihe der Umrandung fixieren



Wenn die Einschlaghülsen sitzen, könnt ihr die Kanthölzer hineinsetzen und die erste Reihe der Umrandung montieren. Diese schraubt ihr von außen durch die Öffnungen in den Hülsen ans Kantholz. So sitzt am Ende alles fest. Ein Tipp: Bohrt die Löcher am besten mit einem Allzweck- oder Metallbohrer vor, das schont eure Holzbohrer (und durchs Holz geht’s meistens sowieso ganz gut).
Schritt 5: den Hasendraht für euer DIy-Hochbeet zuschneiden und einziehen



Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen, den Draht für eure Hochbeete zuzuschneiden, einzuziehen und zu fixieren. Achtet drauf, möglichst flächendeckend zu schneiden und die Aussparungen für die Kanthölzer nur einzuschneiden. Warum? Wühlmäuse brauchen eine Lücke von nicht einmal zwei Zentimetern, um sich ins Beet zu graben.
Wir haben den Draht, der an den Ecken überstand, einfach in die Lücken hineingebogen und geklopft. Ihr könnt den Draht mit Krampen festnageln oder festtackern, wenn ihr entsprechend lange Nadeln nutzt. Geht hier einmal relativ dicht am Rand entlang und seid mit Klammern und Krampen nicht zu sparsam.
Ein Tipp: Zieht Handschuhe an, der Draht kann fies pieksen. Noch ein Tipp: Nehmt den Hammer zur Hand, wenn ihr in den Ecken nicht weiterkommt.
Schritt 6: den Rest der Umrandung für eure selbst gebauten Hochbeete setzen
Wenn der Draht sitzt, könnt ihr das Hochbeet Reihe für Reihe aufbauen. Dazu beginnt ihr am besten an einer Kopfseite. Zieht hier alle Bretter nacheinander hoch und schraubt sie mit je vier Schrauben fest. Setzt dann die langen Bretter eins nach dem anderen daran an. Der Vorteil dieser Reihenfolge: Wenn die Bretter doch nicht so schön passen, wie gedacht, könnt ihr hier nochmal (mit der Säge) korrigieren. Setzt als letztes dann die Stirnseite und schraubt die Bretter fest. Euer Selbstbau-Hochbeet ist jetzt fast fertig.
Schritt 7: die Noppenfolie anbringen


Jetzt fehlt nur noch die Noppenfolie. Diese braucht ihr, damit der Regen oder euer Gießwasser im Beet bleiben und es nicht überläuft. Nagelt die Folie am besten mit Dachpappennägeln fest. Oder ihr nutzt gaaanz lange Tackernadeln. Die Folie sollte eng an der Wand anliegen und knapp bis unter den oberen Rand des Beetes gehen. (Wir wollten die Hochbeete nicht randvoll füllen, weil sonst immer so viel kostbare Erde bzw. Mutterboden rausfällt.) Damit die Folie in die Ecken passt, könnt ihr sie am unteren Rand einfach einschneiden. Die Folie darf auf dem Boden etwas überstehen. Soll sie sogar, denn sie leitet das Regenwasser besser in den Boden ab. Mit Teichfolie funktioniert es übrigens auch.
Schritt 8 + 9: das selbst gebaute Hochbeet befüllen und bepflanzen

Tadaaaa, fertig ist euer Hochbeet zum Selberbauen! Gut, oder? Nun geht es noch daran, die Hochbeete schichtweise zu befüllen. Das Prinzip:
- Äste, Strauchschnitt, Reisig
- umgedrehte Grassoden
- feines Häckselgut, Rindenmulch
- Kompost (muss noch nicht zwingend reif sein)
- Erde
Wie ihr dann die Aussaat ins Hochbeet oder vielmehr das Bepflanzen von Hochbeeten vornehmt, sowie mit welchen Geräten ihr euer Hochbeet bepflanzt und pflegt, haben wir euch in weiteren Beiträgen aufgeschrieben. Ihr fragt euch: Was darf nicht ins Hochbeet? Wir haben euch einige Antworten dazu aufgeschrieben.
Achso: Wie lange es braucht, so ein Hochbeet selber zu bauen? Wir waren zu zweit und haben für die vier Kolosse 2,5 Tage im Garten gebraucht. Wobei es zwischenzeitlich durch Schnee und Kälte gefühlt sehr langsam ging, weil wir öfter mal Aufwärmpausen machen mussten und die Akkus relativ schnell alle sind… Stolz sind wir allemal!
Hochbeet selber bauen: häufige Fragen
Uns erreichen immer wieder Fragen rund um das Thema “Hochbeet selber bauen”. Wir haben euch die meistgestellten einmal hier aufgeführt – und natürlich geantwortet! Los geht’s!
Was gilt als Hochbeet – und was nicht?
ZWei Dinge sind entscheidend dafür, um ein Hochbeet von einem gewöhnlichen Beet zu unterscheiden:
- Ein Hochbeet ist immer nach unten offen, wie ein Kompost. Dadurch können Regenwürmer, Kellerasseln und andere Tierchen, die die Füllung darin zersetzen sollen, ins Beet gelangen und ihren Job tun. Daran unterscheidet sich übrigens ein Hochbeet von einem Pflanztrog oder Blumenkübel.
- Ein Hochbeet hat mindestens drei, meistens vier bis fünf Schichten, die in einer bestimmten Reihenfolge hineingefüllt werden. Dadurch produziert das Beet nicht nur yummy Gemüse, sondern auch seinen eigenen Kompost.
Hochbeet selber bauen: Welches Material nutze ich?
Ihr wollt Gemüse anbauen und dieses ohne Bedenken essen? Dann sollte die Außenhülle eures Selberbau-Hochbeets möglichst unbehandelt sein. Und haltbar. Hölzer, die unbehandelt Wind und Wetter trotzen, sind unter anderem:
- Lärche
- Douglasie
- Robinie.
Wir mögen Holz und haben uns deshalb für Douglasie entschieden. Hin und wieder findet ihr im Handel auch Hochbeete aus Kunststoff – auch zum Selberbauen. Das würden wir für unser Gemüse nicht wollen, weshalb wir davon abraten.
Möglich und sehr schön sind Hochbeete aus Ziegelsteinen oder Natursteinen – unsere Kräuterspirale ist so ein Exemplar. Und dann gibt es noch Exemplare aus Cortenstahl, super schick – wenn auch etwas kostenintensiv.
Wo sollte ein Hochbeet aufgebaut werden?
Als Standort eures Hochbeets eignet sich ein sonniger Platz. Das Hochbeet soll ja möglichst hoch temperiert sein, um auch exotische Pflänzchen hervorzubringen. Unsere selber gebauten Hochbeete sind rechteckig und sie stehen mit der breiten Seite in Richtung Süden. So kommt die Sonne überall gleichmäßig dran.
Wie groß sollte ein Hochbeet sein?
Wenn ihr euer Hochbeet selbst baut, habt ihr einen entscheidenden Vorteil den gekauften gegenüber: Ihr bestimmt die Größe selbst. Bedeutet natürlich auch, dass ihr einmal zusätzlich nachdenken müsst. Hier ein paar Faustregeln:
- Breite des Hochbeets: Die Fläche eure Hochbeets hängt ganz von euren Plänen ab! Wir sind auf zwei Meter gegangen. Das bietet für unsere Zwecke ausreichend Platz und ließ sich gut aufbauen, ohne, dass wir weitere Sicherung in der Mitte installieren müssten.
- Tiefe des Hochbeets: Diese sollte immer so sein, dass ihr bequem zum anderen Rand hinreichen könnt. Zumindest mit der Unkraut-Harke. Darauf solltet ihr besonders achten, wenn das Beet nur von einer Seite zugänglich ist, etwa, weil ihr es an die Hauswand stellt oder das Hochbeet als Gartenzaun nutzt. Florian und ich haben uns auf 80 Zentimeter Tiefe geeinigt.
- Höhe des Hochbeets: Ihr sollt gemütlich an den Hochbeeten arbeiten können. Orientiert euch daher an der Höhe eurer Küchenarbeitsplatte. Unsere Hochbeete haben eine Höhe von etwa 87 Zentimetern – so hoch wie sechs Bodendielen aus Douglasie im Baumarkt sind. Niedriger wäre zu niedrig gewesen, sogar für mich. Höher wäre mir auf Dauer zu unbequem geworden.
Was kostet ein Hochbeet?
Unsere Hochbeete Marke Eigenbau haben pro Stück etwa 200 Euro gekostet. Klingt megaviel, oder? Aber: Unsere Wunsch-Größe gab es (im Baumarkt) so gar nicht zu kaufen. Und: Hochbeete wie unsere aus Douglasie halten sehr lang, wir wetten, dreimal länger als handelsübliche, die oft aus sehr weichem, wenig widerstandsfähigem Holz sind. Wenn euch ein 100-Euro-Exemplar in klein auch taugt – umso besser, dann spart ihr Geld! ☺
Ein Tipp: Kennt ihr die Kompost-Bauten aus Holz, die man selbst ganz einfach zusammenstecken kann? Die eignen sich hervorragend, um ein Hochbeet zusammenzubauen!
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