Träumt ihr auch von einem üppigen Rosengarten, der den ganzen Sommer über blüht? Mit dem Rosenschnitt im Frühjahr legt ihr den Grundstein für genau das. Good News: Rosen richtig zu schneiden ist kein Hexenwerk. Was ihr braucht? Eine scharfe Schere – und einen Plan! Hier kommt eure Anleitung für den Rosenschnitt.
Wann ihr Rosen schneiden solltet
Der perfekte Zeitpunkt für den Rosenschnitt ist das Frühjahr. Genauer: Die Forsythienblüte. Die zeigt euch laut dem phänologischen Kalender an, wann der Erstfrühling beginnt. Und damit kommt auch die Zeit, eure Rosen zu schneiden. Damit bekommt ihr reichlich Blüten im Sommer – und stellt sicher, dass sich die Pflanzen bis zum Winter vom Schnitt erholt haben. Wichtig ist, dass es nicht friert, wenn ihr zum Schnitt an den Rosen ansetzt. Ein bedeckter Tag ist perfekt, ein sonniger Tag geht aber auch, solange es nicht zu heiß und trocken ist.
Mal abgesehen vom radikalen Rosenschnitt Anfang Frühjahr: Rosen schneiden kann man bis in den Herbst hinein. Und sollte man auch. Verblühtes, Vertrocknetes, abgeknickte Triebe etc. könnt ihr das ganze Jahr über entfernen. So verschafft ihr den anderen Trieben Luft und Power und könnt die Blüte verlängern.
Ab dem ersten Frost ist dann Schluss: Ein zu später Rosenschnitt kann dazu führen, dass die Triebe erfrieren.


Rosen richtig schneiden: Das braucht ihr
- Eine scharfe Gartenschere (bitte eine Bypass-Schere, keine Amboss-Schere)
- Handschuhe, wenn ihr mögt
- eine ruhige Hand, Mut und ein “kaltes Herz”, wie es immer so schön heißt.
Es gibt im Handel spezielle Rosenscheren und Handschuhe, die den Rosenschnitt erleichtern sollen. Braucht man nicht unbedingt, finde ich. Achtet bei eurer Gartenschere darauf, dass sie scharf ist und dass ihr gut damit hantieren könnt. Ihr wollt ja weder euch noch die Rose beim Schneiden verletzten. Schaut deshalb auch, ob eure Handschuhe dick genug sind. Rosen schneiden nämlich zurück!

Vor dem Rosen schneiden
Bevor ihr mit dem Rosenschnitt loslegt, schaut ihr euch die Pflanze einmal genauer an. Welche Äste sind tot? Welche haben Knospen? Welche haben genügend Platz zum Atmen, welche nicht? Welche Form soll die Pflanze bekommen? Das gilt übrigens nicht nur, wenn ihr Rosen richtig schneiden wollt, sondern bei jeder Art von Baum- und Strauchschnitt.
So schneidet ihr Rosen richtig
Dann gehts los: Schneidet die Äste und Zweige, die ihr nicht mehr haben wollt, nacheinander ab. Ihr solltet immer Äste und Zweige, die in die Mitte wachsen, entfernen. Außen und oben könnt ihr je nach Wunsch kappen.
Beim Rosenschnitt setzt ihr dafür die Schere leicht schräg etwa einen halben bis Zentimeter über der Abzweigung, die ihr kappen wollt, an. Nicht zu schief, sonst bietet sich zu viel Angriffsfläche! Die Schnittstellen können schnell faulen, wenn ihr sie zu gerade abschneidet.
Die Schnittstellen beim Rosen schneiden können übrigens auch erfrieren, wenn es zu kalt ist. Deshalb wartet ihr ab, bis die Forsythien blühen und keine starken Fröste mehr zu erwarten sind.
Welche Rose schneide ich wie?!
Bevor ihr ihr jetzt in einen Rosenschnitt-Rausch verfallt: Rosen schneidet man nicht alle gleich. Es gilt folgende Faustformel: Kümmert sie vor sich hin, kann man mutiger sein und die Rose kräftig schneiden. Will man die Rose lediglich in Form halten, hält man sich besser zurück. Gilt übrigens ebenfalls für ungefähr alle Arten von Strauchschnitt.
Strauchrosen richtig schneiden
Strauchrosen sollen schön buschig und kompakt bleiben.
- Öfterblühende Sorten: Kürzt die Triebe um etwa ein Drittel bis die Hälfte ein. Entfernt altes Holz, um Licht ins Innere zu lassen.
- Einmalblühende Sorten: Um diese Rosen richtig zu schneiden, wartet ihr bis nach der Blüte im Sommer, da sie am Vorjahresholz blühen.
Stammrosen schneiden – aber richtig!
Hier ist euer Ziel, die Krone rund und luftig zu halten.
- Kürzt alle Triebe der Krone auf ca. 15–20 cm zurück.
- Achtet darauf, dass die oberste Knospe nach außen zeigt.
- Entfernt alle Triebe, die direkt aus dem Stamm oder der Wurzel schießen.
Kletterrosen richtig schneiden
Kletterrosen brauchen eine spezielle Taktik, damit sie nicht „unten kahl“ werden.
- Leittriebe: Die dicken Haupttriebe lasst ihr meist stehen.
- Seitentriebe: Kürzt diese auf ca. 3–5 Augen (ca. 10 cm) ein. Das regt die Blütenbildung an.
- Waagerecht leiten: Biegt lange Triebe möglichst waagerecht – das fördert mehr Blüten über die gesamte Länge.
Die langsam Wachsenden schneidet ihr weniger oft und weniger radikal. Die wüchsigen entsprechend öfter! Wenn ihr Pflanzen neu kauft, könnt ihr in der Gärtnerei nachfragen, um welche Art von Rose es sich handelt. Falls ihr im Baumarkt oder Discounter unterwegs seid: Schaut einmal aufs Etikett.
Wohin mit dem Rosenschnitt?
Rosenschnitt eignet sich bestens für euren Kompost. Auch eure Benjeshecke freut sich über Rosen-Zuwachs. Allerdings nur, wenn die Rosen gesund sind. Haben die Blätter Flecken, zum Beispiel einen Rost oder einen anderen Pilzbefall, entsorgt ihr das Ganze besser über den Hausmüll. Sonst verbreiten sich Schädlinge im Nu!
Rosendünger: das sind unsere Favoriten
Wir nutzen den Rosenschnitt auch gleichzeitig dazu, die Pflanzen ordentlich zu düngen. Ihr könnt dafür verschiedene Dünger verwenden. Wir haben gute Erfahrungen mit diesen Produkten gemacht:
- COMPO Bio Rosendünger mit Schafwolle * – generell finden wir Schafwoll-Dünger super.
- PLantura Rosendünger mit Langzeitwirkung * – ohne tierische Inhaltsstoffe.
- Allflor Pferdedung gekörnt * – alternativ geht auch Pferdemist von einem Reiterhof um die Ecke.
- selbst gemachte Jauche, zum Beispiel unsere Beinwell-Jauche, ist ebenfalls richtig, richtig gut.
Wenn ihr Rosen düngen wollt, sind Schaufel, Grubber oder Harke hilfreich, um den Dünger in den Boden einzuarbeiten.
Rosen richtig schneiden: ein Überblick
1. Planung: was soll ab und warum?
2. Rosen schneidet man schräg, nicht zu großflächig, mit scharfer Schere einen halben bis Zentimeter über der Abzweigung bzw. dem Auge.
3. Je kümmerlicher die Rose, desto radikaler der Schnitt.
4. Rosen schneiden könnt ihr vom Frühjahr bis vor dem ersten Frost.
5. Rosenschnitt kann auf den Kompost, wenn er gesund ist.
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