Aus Restholz gezimmert: unsere DIY-Küchenzeile

April

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von Debo // in DIY-Projekte

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Die Einrichtung unserer Gartenlaube wächst: Wir haben eine Küchenzeile selbst gebaut! Hier gehts zur Anleitung.

Jajaja, eine „richtige“ Küchenzeile ist es nicht. Dazu fehlt die eingelassene Spüle nebst Anschluss und der Einbauherd. Da wir aber kein Wasser in der Hütte haben dürfen und keinen Starkstrom verlegt haben, reichte uns ein Schrank für Töpfe, Geschirr und Co, der gleichzeitig als Arbeitsplatte dient.

Gebaut haben wir unsere DIY-Küchenzeile aus Restholz – und Florians altem Schreibtisch! Wir hatten erst eine klassische Selbstbau-Variante überlegt: mehrere Kanthölzer, Seitenwände, Türen und eine Arbeitsplatte. Dann haben wir aber Leimholzplatten geschenkt bekommen und konnten nun eine etwas „schickere“ Variante einer Küchenzeile selbst bauen. Im Prinzip besteht unser kleiner Küchenschrank aus drei Seitenwänden, die mithilfe von sechs Leisten zusammengeschraubt und gedübelt werden. Vier Einlegeböden sorgen für Stauraum, Florians alte Schreibtischplatte für Platz zum Werkeln und Kochen im Garten. Drei Türen verbergen das Chaos aus Töpfen, Geschirr und Gartenküchenkrimskrams.

Das braucht ihr für die DIY-Küchenzeile aus Restholz:

  • Holz für zwei Seitenwände, ca. 60 cm tief und mindestens 80 cm hoch
  • Holz für eine „Mittelwand“, ca. 60 cm tief und mindestens 80 cm hoch
  • Holz für drei Türen, die der Breite nach in euren Schrank passen
  • Sechs Holzleisten, mit denen ihr das Konstrukt verbinden könnt
  • Vier Einlegebögen, passend zur Breite und Tiefe eures Schrankes
  • Acht Leisten, auf denen ihr die Einlegeböden anbringen könnt
  • Eine Arbeitsplatte
  • Scharniere für die Türen – haltet eine passende Lochsäge oder einen Forstnerbohrer bereit!
  • Viele, viele Schrauben
  • Holzleim
  • Acht Holzdübel
  • Vier Winkel

An Werkzeug benötigt ihr eine Säge, einen Bohrschrauber und einen Hammer. Wenn ihr habt: Jig-Bohrer, Tiefenbohrstopp und Zentrierspitzen für Holzdübel! Die helfen euch sehr, versprochen. Haltet außerdem Zollstock, Schreinerwinkel, eine Wasserwaage und einen Bleistift bereit.

So baut ihr euch eine Küchenzeile selbst – Schritt für Schritt

Schritt 1: Planen & messen

Bauplan für eine DIY-Küchenzeile.
Bevor es losgeht mit der DIY-Küchenzeile, macht ihr euch am besten einen Plan.
DIY-Küchenzeile: Mit Bleistift wird eine Linie auf ein Stück Holz gezeichnet.
Zuerst steht auch bei der DIY-Küchenzeile das Ausmessen und Anzeichnen an.

Zeichnet einen Plan für eure Küchenzeile und messt die Holzteile entsprechend aus. Wie ihr seht, haben wir Aussparungen in die Seitenwände gesägt. Die Querleisten gehen dann durch und dienen so auf der Vorderseite gleichzeitig als Blende. Unten haben wir die Aussparung größer gemacht. So könnt ihr später nahe an der Arbeitsfläche stehen, ohne mit den Füßen anzustoßen. Markiert euch außerdem die Stellen auf den Seitenwänden und der Mittelwand, wo ihr später die Einlegeböden befestigen wollt.

Schritt 2: Alle Teile für die DIY-Küchenzeile zurechtsägen

DIY-Küchenzeile: Eine Holzplatte wird mit einer Stichsäge zurechtgesägt.
Sägt nun im Schritt zwei alle Teile passend zurecht.
Detailansicht einer Seitenwand einer DIY-Küchenzeile aus Holz.
Die Seitenwände der DIY-Küchenzeile haben Aussparungen, sodass die Leisten hineinpassen.

Sägt alle Teile zurecht. Wenn ihr mögt, könnt ihr die Teile dann noch abschleifen – und lackieren.

Schritt 3: Leisten und Platten vorbohren

DIY-Küchenzeile: Zu sehen ist eine Holzplatte, in deren Ecke mit einem Holzbohrer ein Loch gebohrt wurde.
Ein Tiefenbohrstopp hilft euch, das Holz nicht ganz durchzubohren. Zu sehen ist hier der untere Rand der Seitenwand mit einer Aussparung, damit ihr bequemer vor der DIY-Küchenzeile stehen könnt.
DIY-Küchenzeile: auf einer Holzplatte liegt eine Holzleiste. In der Platte steckt eine Zentrierspitze, auf der Leistenkante sieht man einen eingeritzten Punkt.
Mit einer Zentrierspitze gelingt es euch, dass auch das Loch in der Leiste ganz genau da sitzt, wo es sein soll.

Da, wo die vier „Eckleisten“ und Seitenwände zusammentreffen, haben wir mit Schrauben und Holzdübeln gearbeitet. So hält das Konstrukt schön lange und bleibt stabil. Beim Vorbohren für Holzdübel-Löcher helfen euch sogenannte Zentrierspitzen. Diese nutzt ihr, um die Stellen, wo die Dübel reinsollen, ganz genau zu markieren. Hilft wirklich! Auch hilfreich: Ein Tiefenbohrstopp, damit der Dübel nicht zu tief im Holz versinkt.

Schritt 4: Eure Küchenzeile zusammensetzen – schrauben, leimen, dübeln

DIY-Küchenzeile: In eine Seitenwand wird ein mit Leim bestrichener Holzdübel eingesetzt.
Steckt zunächst die Holzdübel in die dafür gebohrten Löcher. Den Leim nicht vergessen!
DIY-Küchenzeile: eine Leiste wird mithilfe eines Holzdübels auf einer Holzplatte angebracht.
Steckt dann die Leisten auf die Dübel und befestigt sie so an den Seitenwänden.
DIY-Küchenzeile: Auf einer Holzplatte sind mehrere Leisten senkrecht befestigt.
Mit zwei Schrauben pro Ecke sichert ihr dann die Leisten zusätzlich.
Detailansicht eines Korpus' einer DIY-Küchenzeile.
Wenn die Seitenwände stehen, könnt ihr Mittelwand und restliche Leisten befestigen.

Setzt die Küchenzeile zum Selberbauen von außen nach innen zusammen. Gebt Leim in die Dübellöcher und klebt die Holzdübel ein. Schraubt erst die eine Seitenwand und die vier Eck-Leisten zusammen.  Schraubt dann die andere Seitenwand von der anderen Seite dagegen. Setzt dann die mittlere Wand ein und schraubt die fehlenden Leisten fest.

Schritt 5: Die Böden eurer DIY-Küchenzeile einsetzen

In eine DIY-Küchenzeile werden Einlegeböden eingesetzt.
Wenn die Leisten sitzen, könnt ihr die Böden einlegen. Hallo DIY-Küchenzeile, hallo Stauraum!

Schraubt zunächst die unteren Böden an den Leisten fest. Bringt dann die schmalen Leisten an und legt die beiden restlichen Böden ein.

Schritt 6: Die Türen an eurer Küchenzeile zum Selberbauen anbringen

In eine Holztür für eine DIY-Küchenzeile wird ein Bohrloch für das Scharnier gesetzt.
Mit einem Forstnerbohrer setzt ihr die Löcher für die Scharniere eurer Küchenzeilen-Türen.
In die Tür einer DIY-Küchenzeile wird ein Scharnier eingesetzt.
Sitzt, passt und hat hoffentlich keine Luft – das Scharnier eurer DIY-Küchenzeile.
Ein mann justiert ein Scharnier in einer Tür einer DIY-Küchenzeile.
Eine Schranktür in der DIY-Küche nachzujustieren funktioniert genauso wie bei anderen Küchen auch!

Messt aus, wo die Scharniere hinsollen und bohrt dann die entsprechenden Löcher ins Holz. Schraubt die Scharniere fest und hängt die Türen ein. Nun könnt ihr bei Bedarf noch am Scharnier nachjustieren.

Anstelle eines Griffes haben wir jeweils pro Tür ein Loch gebohrt und die Ränder ein bisschen abgeschmirgelt. So haben wir uns Anbauteile gespart. Hier geht’s übrigens zum Podcast über Kleingarten-Kosten

 

Schritt 7: Die Arbeitsplatte eurer DIY-Küche befestigen

Damit ihr eure DIY-Küchenzeile nun auch als solche benutzen könnt, fehlt jetzt noch die Arbeitsplatte! Legt diese auf und schraubt sie mit den Winkeln fest. FERTIG!

Das Projekt haben wir an einem Wochenende ganz locker geschafft. Es war ziemlich kalt und unsere Finger entsprechend fröstelig… – wahrscheinlich braucht ihr an einem schönen Frühlingstag vier bis sechs Stunden dafür.

Auf unserer selbst gebauten Küchenzeile werden wir in Zukunft nicht nur Kaffee kochen, sondern auch alles für’s Grillen vorbereiten. Unsere Marmeladen-, Gelee- und Kompottproduktion werden wir wahrscheinlich ebenfalls hierher auslagern. Unser Einkochautomat ist nämlich ziemlich groß und nimmt in der Wohnung quasi die ganze Küche in Beschlag! Als Ergänzung zu unserer Küchenzeile werden wir im Sommer auch noch eine Außenküche bauen. Mit integriertem Grill, wenn es nach Florian geht…!

Eine DIY-Küchenzeile steht neben einem Kühlschrank vor dem Fenster einer Gartenhütte.
Unsere DIY-Küchenzeile – einmal mit offener Tür.

Ihr interessiert euch für Projekte aus Restholz? Dann schaut doch mal unsere Trenntoilette an – die zimmerten wir aus Resten unseres selbst verlegten Holzfußbodens. Auch dieser selbst gebaute Weihnachtsbaum ist aus Überbleibseln gefertigt.

    • Hej Mira, danke! Das ist eine alte Schreibtischplatte von Florian. Woher die ist, wissen wir nicht (mehr). Es gibt wohl aber auch ähnlich aufgebaute Arbeitsplatten für Küchen im Baumarkt. LG

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