Welche Heckenpflanzen passen zu euch? Fünf Lieblinge – und fünf No-Gos!

Mai

26

2 Kommentare

Ihr wisst ja: Jeder gute Kleingarten benötigt eine Hecke! Die grünen Grenzen haben durchaus ihre Berechtigung als Sicht- und in manchen Fällen auch Lärm- oder Abgas-Schutz. Welche Heckenpflanzen wir euch empfehlen. Und von welchen ihr lieber die Finger lasst!

Welche Heckenpflanzen eignen sich? Tipps zur Auswahl

Zunächst einmal passen alle Heckenpflanzen in euren Garten, die euch gefallen. Es gibt ein paar Dinge, die ihr beachten solltet. Diese Fragen stellt ihr euch am besten, bevor ihr eine Auswahl trefft:

Wollt ihr eine immergrüne Hecke?

Wenn ihr im Winter auch viel Zeit im Garten verbringt, oder man euch ohne Hecke direkt auf den Esstisch guckt: Entscheidet euch am besten für immergrüne Heckenpflanzen. Immergrün sind Kirschlorbeer, Eibe, Thuja, Scheinzypresse und Ilex. Auch Liguster und Hainbuchen behalten ihr Laub im Winter, wenn auch nicht komplett.

Wie schnell soll eure Hecken geschlossen sein?

Wollt ihr schnell einen Sichtschutz haben oder kann sich dieser auch etwas Zeit lassen? Schnellwüchsige Heckenpflanzen sind zum Beispiel Scheinzypressen, Thuja, Feldahorn, oder die Hainbuche.

Welche Heckenpflanzen eignen sich mit Kindern?

Wenn ihr Heckenpflanzen neu setzt und Kinder habt, entscheidet euch für ungiftige Varianten. Liguster, Eibe und Ilex solltet ihr dann meiden. Wenn ihr nicht alles rausreißen wollt, könnt ihr mit harmlosen Pflanzen eine Hecke vor der Hecke entstehen lassen.

Welche Heckenpflanzen wählen? Unsere fünf Lieblinge!

  1. Wildrose
    Wenn wir könnten, würden wir überall hin Wildrosen setzen. Die wachsen unermüdlich und blühen so hübsch! Vögel und Insekten sind riesige Fans – weil sie dichtes Laub bilden und gute Verstecke abgeben. Die Hagebutten dienen als  Winterfutter. Wir haben immerhin einen Rosenbogen damit bepflanzt – so besteht unsere Hecke immerhin zu einem Zehntel daraus.
  2. Weißdorn
    Blüht ebenfalls hübsch, wächst ohne große Ansprüche und wird schön dicht: Weißdorn. Die Beeren dienen ebenfalls als Winterfutter für Vögel. Ihr könnt sie außerdem zu Gelee einkochen. Und sie dienten auf unserer Hochzeit als Tischdeko!
  3. Hainbuche
    Ich liebe ja Birken mit ihren außergewöhnlichen weißen Stämmen und den zarten Blättern. Aus Birken könnt ihr zwar keine Hecke zaubern, immerhin aber aus ihren Verwandten, den Hainbuchen. Die sind sehr tolerant, was das Schneiden und auch Hitze angeht. Und sie sind auch im Winter noch belaubt – wenn auch die Blätter dann gelblich-braun sind.
  4. Feldahorn
    Ähnlich hübsch zartgrün wird das Laub von Feldahorn. Wir haben ein paar Exemplare, die sich wild angesiedelt haben und werden versuchen, daraus eine kleine Hecke zu gestalten. Der Vorteil: Feldahorn wächst irre schnell und bildet, als Hecke gesetzt, eine guten Sichtschutz.
  5. Liguster
    OK, Liguster ist viel gesehen und total unspektakulär. Aber: Wir sind mittlerweile ganz happy damit. Liguster verzeiht einem nämlich so manchen Anfänger-Schnittfehler. Und wächst schön dicht. Und trägt auch im Winter Laub. Außerdem sind die Miniblättchen sehr fotogen. Gerade im Winter, wenn Schnee drauf landet oder Raureif zu sehen ist. Achtung: Die Früchte sind für uns Menschen giftig, also keine Kinder unbeaufsichtigt damit spielen lassen. Übrigens: Wann und wie ihr Liguster schneidet, lest ihr in diesem Beitrag.

Ein Tipp noch zum Schluss: Heckenpflanzen sollten – wie eigentlich alle grünen Bewohner eures Gartens – nach Möglichkeit heimisch sein. Die Pflanzen wachsen dann nämlich besser. Und Vögel und Insekten können mehr damit anfangen, weil sie rund ums Jahr darin Schutz und Nahrung finden! Außerdem werden nicht-heimische Pflanzen oft von fiesen Schädlingen befallen. Bestes Beispiel: der Buchs. Den sucht ja gern der Zünsler heim und frisst ganze Grünanlagen über Nacht kahl. Der Zünsler ist ein Falter, der hierzulande keine Fraßfeinde hat. So kann er sich nahezu ungehemmt ausbreiten.

Welche Heckenpflanzen im Naturgarten gar nicht gehen!

Wer wie wir naturnah gärtnert, sollte diese Heckenpflanzen von der Einkaufsliste streichen.

  1. Kirschlorbeer
    Auch unter dem Namen Lorbeerkirsche bekannt, erfreut sich der Kirschlorbeer seit Jahren wachsender Beliebtheit als Antwort auf die Frage: Welche Heckenpflanzen kaufen? Er ist schnellwüchsig und immergrün, wächst in Schatten wie Sonne … die Gründe dafür sind vielfältig. Aber: Die Samen sind für Menschen hochgiftig. Und die Pflanze tut nichts für Vögel und Insekten. Durch sein immens schnelles Wachstum nimmt er anderen Pflanzen um ihn herum schnell den Lebensraum. Und verrottet nichtmal richtig, wenn ihr den Strauchschnitt auf den Kompost gebt. Für einen Biogarten also ein absolutes No-Go! Mehr Argumente gegen Kirschlorbeer lest ihr beim NABU Bremen.
  2. Rhododendron
    Ähnlich wie mit dem Kirschlorbeer verhält es sich mit dem Rhododendron. Dieser Strauch verschlingt noch dazu sehr viel Wasser und Dünger. Wir haben ein paar Exemplare im Garten und dulden diese lediglich wegen der hübschen Blüten. Denn: Bienen haben diesen Einwanderer mittlerweile akzeptiert, sodass er immerhin etwas nützlicher ist als die Lorbeerkirsche.
  3. Buchsbaum
    Als Bauerngarten-Fans sollte der Buchsbaum eigentlich ganz oben auf unserer Liste der guten Heckenpflanzen stehen. Tut er aber nicht. Denn im Garten von Florians Mama haben wir schon live erlebt, wie der vom Zünsler einfach aufgefuttert wird. Und dann sprüht man mit (Bio-)Pflanzenschutzmittel herum und/ oder reißt alles Pflanzen auf einmal heraus und verbrennt sie…? Sorry, lieber Buchsbaum. Auch wenn du mit deinen kleine Blättchen so niedlich-puschelig aussiehst und dich Vögel, Insekten und auch Igel als Versteck lieben. Du bekommst leider kein Foto von uns!
  4. Thuja
    Thujen oder auch Lebensbäume wachsen schnell und sind in unseren Gefilden auch relativ robust. Ich empfinde diese Heckenpflanze aber als „Friedhofspflanze“ und werde mit ihr nicht warm. Und: Vögel können mit der Hecke kaum etwas anfangen, da sie zu dicht ist, um bequem ein- und auszufliegen. Weshalb wir sie bei uns auch nur dulden, weil unsere Lebensbaum-Hecke Schatten wirft!
  5. Scheinzypresse
    Mit der Scheinzypresse verhält es sich wie mit der Thuja: Gehört für mich auf einen Friedhof, wenn überhaupt. Die strahlt durch ihr leicht blaues Laub eine Finsternis aus… ich weiß auch nicht. Dazu kommt, dass der Boden unter Thujen und Scheinzypressen recht schnell tot wird – das Laub verrottet nicht so schnell und zieht keine Lebewesen an. Mehr über die Koniferen-Problematik lest ihr beim BUND Oberhaching.

Übrigens: Containerpflanzen setzt ihr das ganze Jahr über. Wurzelnackte Sträucher und Pflanzen bitte nur von Oktober bis April pflanzen – wenn es frostfrei ist, natürlich!

  • Ich muss gestehen ich bin inzwischen ein Liguster-Fan. Er kann in fast jeder Höhe geschnitten werden und ist schön dicht.
    Auf der einen Grundstückseite haben wir uns aber für eine einheimische Wildpflanzenhecke entschieden. Diese ist das ganze Jahr sehr schön. Es blüht immer irgendetwas vom Chimonanthus im Winter bis zu den Wildrosen im Sommer und den bunten Laubfarben im Herbst. Würde ich auch wieder pflanzen.

    Grüess Pascale

    • Hej Pascale,

      Ja, wenn wir eine Hecke neu pflanzen würden, wäre heimische Wildnis auch erste Wahl! 🙂 Mit dem Liguster haben wir uns inzwischen auch arrangiert… und ich finde ihn ein tolles Fotomotiv im Winter, wenn Raureif dran ist… so hübsch!
      Liebe Grüße
      Debo

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