Ihr wollt auf einen Schlag mehr wildes Leben im Garten? Dann legt euch einen Käferkeller an. Keine Sorge, ich erkläre euch, was das ist und wie ihr ihn in euren Garten integriert.
First things first: Ein Käferkeller oder auch eine Käferburg ist ein Mini-Biotop, in dem Käfer und andere Insekten leben, Eier legen und Nahrung finden. Für die Variante, die ich euch hier vorstelle, hebt ihr ein Loch im Garten aus, füllt das mit Ästen und Zweigen und vielleicht noch etwas Laub. Nach einer Weile ziehen dann diverse Käfer ein. Und ihr habt richtig was für die Natur getan!
Warum ein Käferkeller gut für euren Garten ist
Käferkeller bezeichnet man auch als Käferburg oder Käferlarvenburg. Es gibt einige Käfer und andere Insekten, die sich in Totholz besonders wohlfühlen. Manche fressen das Holz, andere wiederum brauchen das Holz, um ihre Eier hineinzulegen.
Diese Käfer hier lockt ihr mit so einem Gebilde an:
- Nashornkäfer
- Rosenkäfer
- Hirschkäfer
Auch Kröten und Molche mögen solche Ecken im Garten. Und, was ich daran so richtig gut finde: Schmetterlinge und andere Hautflügler lieben wilde Totholz-Ecken ebenfalls.
Ähnlich wie beim Befüllen eines Hochbeets ist ein Käferkeller ideal, um etwas Schnittgut und Laub, was sich übers Jahr angesammelt hat, loszuwerden. Der riesige Pluspunkt daran: Ihr tut wirklich etwas Gutes für die Biodiversität!
Je mehr Vielfalt ihr in eurem Garten habt, desto besser wachsen eure Pflanzen – denn Käfer und andere Insekten sorgen dafür, dass das mit der Bestäubung richtig gut klappt. Und: Käfer sind die “Müllabfuhr” im Garten. Ähnlich wie Regenwürmer oder Kellerasseln sorgen sie dafür, dass aus Totholz und altem Laub richtig guter nährstoffreicher Boden wird. Ihr könnt also nur gewinnen!

So baut ihr einen Käferkeller oder auch eine Käferburg
Für den Käferkeller braucht ihr etwa einen Quadratmeter Platz bei euch im Garten. Der Platz sollte schattig bis halbschattig sein. Ideal ist z.B. die Ecke, in dem euer Kompost steht. Oder ein schattiges Örtchen unter einem Baum. Ideal ist es, wenn ihr eure Käferburg im Frühjahr oder im Spätsommer anlegt. Dann ziehen bald schon Tiere ein.
Das braucht ihr für eure Käferburg:
- einen Spaten und ggf. eine Schaufel
- etwas Drainage-Material, Blähton oder Tonscherben
- Zweige und Äste in verschiedenen Stärken und Längen – am besten heimisches Laubgehölz wie Ulme, Buche oder Esche
- Holzhäcksel oder Laub zum Auffüllen
Käferkeller bauen: So gehts
Schritt eins: Ihr buddelt ein Loch.
Das Loch sollte mindestens 1qm groß sein, also einen Durchmesser von ca. 1,20m haben. Und es sollte ca. 50-60cm tief in den Boden reichen.
Schritt zwei: Ihr legt den Boden mit einer Drainageschicht aus.
Wir haben Tonscherben von alten Terracotta-Töpfen genutzt. Ihr könnt aber auch Kies oder Schotter oder Ähnliches verwenden.

Schritt drei: Ihr stopft das Loch mit Totholz.
Dabei verwendet ihr Holz in verschiedenen Graden der Verrottung und verschiedenen Stärken und Längen. Ein TEil der Äste sollte grade so an die Erdoberfläche reichen. Ein Teil darf gern 1-1,50m nach oben ragen. So stellt ihr sicher, dass ihr verschiedene Käferarten anlockt.

Schritt vier: Ihr füllt die Lücken auf
Wir haben den Raum zwischen Ästen und Zweigen mit Holzhäcksel aufgefüllt. Ihr könnt auch Laub oder Sägespäne verwenden.

Nun heißt es nur noch warten und auf Einzug von vielen, vielen Tierchen hoffen. Es dauert bis zu einem Jahr, bis ihr wirklich einen Unterschied bemerkt. Ihr braucht die Käferburg übrigens nicht zu pflegen. Das Holz wird über die Zeit hinweg verrotten – ihr könnt es dann ersetzen.
Wir finden: Der Käferkeller kann sich wirklich sehen lassen. Neben unserer Benjeshecke ist das unser liebstes DIY-Gartenprojekt, das wir bisher im Garten umgesetzt haben.
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