Der November war pickepackevoll: ein Strategietreffen auf Fuerteventura, Seminare, Baustellenchaos und eine Wandfarbe, die eigentlich Pistazie sein sollte. Trotzdem feiern wir Advent – zwischen konservierter Wandmalerei in der Wohndiele, Kabelplanung ohne Unterputz, Schlammfurchen im Hof und einem Kranz ohne Rohling. Die Ferienwohnung steht kurz vor der ersten Buchung, die letzten Arbeiten ziehen sich, und wir hoffen auf ein paar ruhige Tage im Dezember.
Wenn Monate immer kürzer wirken
Der November fühlte sich an wie dieses Meme, auf dem Januar eine ganze Seite einnimmt und November und Dezember einfach ineinander gekritzelt sind. Termine stapeln sich, alles will gleichzeitig passieren, und trotzdem steht plötzlich der zweite Advent vor der Tür. Nikolaus, Barbara-Zweige und die ersten Kerzen mischen sich mit Werkzeug, Farbeimern und dem Versuch, die letzten To-dos des Jahres einzusammeln.
Advent in der Wohndiele
Unsere Wohndiele war zum ersten Advent gerade so weit, dass wir dort feiern konnten. Eine Wandmalerei wurde konserviert, eine Wand bleibt bewusst offen, weil sie noch restauriert wird. Was schön klingt, ist in Wirklichkeit eine kleine technische Herausforderung: Wir können dort nichts unterputz legen. Also planen wir eine Lösung, die das Bild schützt und trotzdem Licht bringt. Ein Kita-Papa, der Elektromeister ist, berät uns dabei – besser kann man im Advent über Kabel nicht sprechen.
Von Pistazie zu Türkis
Einen unerwarteten Moment gab es beim Streichen: Die gewünschte Farbe wurde falsch angemischt. Statt einem sanften Pistazienton landete ein türkiser Anstrich an der Wand. Ein kurzer Schreck, ein langer Blick, und die Erkenntnis, dass die Rezeptur im System falsch hinterlegt war. Die Farbe wird ersetzt, ein paar Liter Türkis bleiben übrig, und der Zeitplan verschiebt sich minimal. In einer Baustelle, die neben dem Alltag entsteht, geht selten alles linear – das gehört dazu.
Arbeiten zwischen Reisen und Schleifstaub
Beruflich war der November alles andere als ruhig. Es gab ein Strategietreffen auf Fuerteventura, Seminare, die nicht im Homeoffice stattfanden, und einen Besuch in Berlin. Zurück zu Hause ging es weiter mit Schleifpapier, Teppichresten und Balken, die von alter Farbe befreit wurden. „Ich mach das mal eben“ wurde zu einem Satz, der regelmäßig unterschätzt wurde. Und dann lag plötzlich ein Adventskranz auf dem Tisch – komplett ohne Rohling gebunden, aus eigenen Zweigen.
Wenn Stillstand plötzlich Fortschritt ist
Nebenan entstanden währenddessen die beiden Wohnungen, die uns über den Sommer gefühlt immer wieder ausgebremst haben: Trocknungszeiten, Fliesen, eine Duschwanne, die nicht kommt. Ohne sie kein Boden, ohne Boden keine Einrichtung. Jetzt fällt alles zusammen: In der ersten Ferienwohnung liegt der Boden, das Abwasser ist fast fertig, und die erste Buchung steht. Silvester kommt ein Paar mit Hund – für ein ruhiges Jahresende, weit weg von Feuerwerk und Stadtlärm.
Schlamm im Hof, Ideen im Kopf
Der Hof zeigt noch die Spuren der Baustelle: Reetreste vom Dach, Kastanien, Erde und schwerer Marschboden. Als die Container abgeholt wurden, hat der LKW tiefe Furchen hinterlassen. „Ich schaufel das mal weg“ war keine gute Idee für einen Freitagnachmittag. Die Schubkarre wurde immer schwerer, und irgendwann reichte es, zu wissen, dass die Stelle im Frühling eine Maschine braucht. Im Garten geht im Moment wenig: Einmal Laub, einmal Kirschlorbeer, und der Rest wartet auf trockene Tage.
Ein Dezember mit Endspurt
Bis Weihnachten wollen wir so viel wie möglich abschließen, die Ferienwohnung vermieten und vor allem ein paar Tage frei haben. Im Januar geht es weiter – mit Wildblumenwiese, Gartengestaltung und den Ideen, die jetzt schon bereitstehen. Der Weg dorthin ist kein Sprint, sondern ein Sammeln von Abenden, Entscheidungen und kleinen Momenten: ein Kranz an der Tür, Lichterketten am Giebel, Farbe im Gesicht und das Gefühl, dass aus Plänen irgendwann Räume werden.
Hört doch gern mal in die Epidose rein!
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