Heckenschnitt: So bekommt ihr gesunde und dichte Hecken

Ein großes To Do im Garten: der Heckenschnitt. Hier erfahrt ihr, wie ihr Hecken richtig schneidet, welche Werkzeuge ihr braucht, und worin sich Formschnitt und Rückschnitt unterscheiden.

Warum sich ein regelmäßiger Heckenschnitt auszahlt

Eine Hecke hat meist mehrere Aufgaben: Sie ist Sichtschutz, sorgt für Struktur und Rahmen UND bietet im besten Fall noch Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Tiere. Was der Heckenschnitt damit zu tun hat? Mit dem Schneiden der Hecke sorgt ihr dafür, dass die Pflanzen dicht und gesund wachsen. Und ihr sowie die Tierwelt lange Freude dran haben. Kurz gesagt: Ein regelmäßiger Heckenschnitt hilft dabei, …

  • die Hecke vital zu halten,
  • neues, dichtes Wachstum anzuregen,
  • Krankheiten vorzubeugen
  • das Gesamtbild im Garten aufzuwerten.

Ihr fragt euch nun, wann der Heckenschnitt sinnvoll ist? Es gibt meist mehrere Zeitpunkte Jahr. Immer abhängig vom Wetter, von der Art der Hecke und von der Jahreszeit. In diesem Beitrag klären wir, wann ihr eure Hecke schneiden solltet.

Das braucht ihr für euren Heckenschnitt:

Hecke schneiden: Heckenschere, Gartenschere, Handschuhe, Abfallkorb.
Was ihr für den Heckenschnitt braucht: Heckenschere, Gartenschere, Handschuhe, Abfallkorb.

Bevor ihr loslegt, checkt ihr am besten mal eure Ausrüstung. Ein sauberer Schnitt hängt nicht nur von der Technik, sondern auch vom Werkzeug ab. Wir verlinken euch hier mal unsere liebsten Heckenschnitt-Helferlein!

Statt Buchs empfehle ich die Bloombux*

Für kleine bis mittlere Hecken:

Für größere Hecken:

  • elektrische Heckenschere oder sogar eine mit Benzin-Antrieb – spart Kraft bei langen Flächen! Wir haben diese von Kärcher*
  • eine Teleskop-Heckenschere wie etwa diese hier von Kärcher* – ist perfekt für hohe Hecken
Deborah Hucht beim Heckenschnitt

Zusätzlich hilfreich:

  • Gartenhandschuhe, zum Beispiel diese hier aus recyceltem Polyester*
  • Schutzbrille, wir haben diese hier: von Stihl*
  • einen Rechen bzw. eine Laubharke und ein Korb oder die Schubkarre
  • alternativ eine Plane oder Folie zum Auffangen des Schnittguts

💡 Kleiner Tipp: Schärft und ölt eure Scheren regelmäßig. Stumpfe Klingen reißen Zweige ab – das stresst die Pflanzen und macht sie anfällig für Pilze.

Formschnitt oder Rückschnitt – was ist eigentlich was?

Bevor ihr nun mit dem eigentlich Heckenschnitt loslegt, ist es wichtig, einmal zu wissen, was was ist. Es gibt nämlich klare Unterschiede:

Formschnitt

  • Ziel: Hecke in Form halten
  • Zeitpunkt: meist ein- bis zweimal im Jahr (Frühjahr und Sommer)
  • Schnittart: nur die äußeren Triebe werden gekürzt
  • Vorteil: Die Hecke bleibt dicht und gepflegt

👉 Beispiel: Ihr schneidet im Juni den überstehenden Wuchs nach dem Frühjahr zurück, um klare Linien zu schaffen.

Rückschnitt

  • Ziel: Verjüngung oder Korrektur einer stark verwachsenen Hecke
  • Zeitpunkt: Herbst bis Spätwinter (außerhalb der Schonzeit)
  • Schnittart: kräftiger Eingriff – auch ältere Triebe werden entfernt
  • Vorteil: Die Hecke treibt im Frühjahr wieder kräftig aus

👉 Beispiel: Ihr kürzt eine alte, verkahlte Hecke im Herbst stark ein, damit sie im nächsten Jahr neu durchtreibt.

Hecke schneiden Schritt für Schritt

So, nun geht’s endlich los mit dem Schneiden. Hier folgt nun eine Anleitung für einen Formschnitt. Wenn ihr die Hecke auf den Stock setzen wollt, schneidet ihr viel tiefer ein, als ich es hier tue.

Schritt 1: Die Höhe festlegen

Bevor ihr loslegt, solltet ihr natürlich wissen, wie hoch eure Hecke werden soll. Das ist im Kleingarten in Hamburg ganz leicht: Da sind 1,20 Meter erlaubt. Und die Nachbarn haben schon vorgelegt, also habe ich mich in der Höhe an deren Hecken orientiert.

Nach unserem Umzug aufs Land haben wir eigentlich keine Vorschriften mehr, da wir keine direkten Nachbarn haben. Das ist aber abhängig von den Richtlinien im jeweiligen Bundesland. Im Bußgeldkatalog findet ihr mehr Hinweise dazu.

Achso: Habt ihr eine Plane, dann legt ihr diese nun aus.

Schritt 2: Die obere Kante schneiden

Hecke schneiden: Kante.
Wichtig beim Heckenschnitt: der Anfang – ich habe eine saubere Kante geschnitten und von dort auch weitergemacht.

Ich habe mir nun erst einmal eine Kante oben an der Seite entlang geschnitten. Daran habe ich mich dann bei den nächsten Schritten und Schnitten orientiert. Ihr könnt entweder mit dem „Dach“ oder mit den Seiten anfangen, das ist eigentlich egal.

Wenn ihr Schwierigkeiten habt, gerade zu schneiden, könnt ihr auch ein Seil spannen.

Schritt 3: Die Hecke schneiden – von unten nach oben

Heckenschnitt funktioniert am besten so, dass die unteren Zweige etwas länger sind als die darüber liegenden. So kommt die Sonne überall gut hin. Ihr habt bestimmt schon ein paar dieser Hecken gesehen, die einen grünen „Kopf“ haben, unten aber völlig kahl sind. Das liegt meistens an der falschen Schnittform! Zugegeben, ich habe es etwas übertrieben, ganz so arg muss man das nicht machen. Aber wir hatten unten ein paar Löcher in der Hecke und der Plan ist, dass diese über den Sommer zuwachsen. Bei dicken Ästen nehmt ihr am besten die Astschere, dann schont ihr eure Heckenschere.
Nach den Seiten habe ich das „Dach“, also die Oberkante der Hecke, geschnitten. Das gibt Muskeln!

Ein Tipp: Zwischendurch solltet ihr die Hecke – gerade, wenn es Liguster ist – ein paar Mal schütteln. So rüttelt ihr die Äste in Form und entdeckt noch den einen oder anderen Querschläger. Außerdem fällt das Schnittgut direkt runter.

Hecke schneiden: Detail nachher.
Nach dem Heckenschnitt: fast wie nach dem Friseur.

Schritt 4: Hecken-Ecken schneiden und säubern

Gefällt euch die Hecke soweit, geht es an die Ecken und die schwierigen Kanten. Bei uns sind das die kurzen Seiten, mit denen das Gartentor eingerahmt ist. Hier musste ich etwas schütteln und rütteln, um zu sehen, wohin die Zweige eigentlich gehören. Hier schneidet man auch wieder oben-kurz-unten-lang. Jetzt würde ich noch einzelne Äste und Zweige nachschneiden. Das gelingt euch filigraner, wenn ihr eure Gartenschere zur Hand nehmt.

Schritt 5: Den Grünschnitt aufräumen

Liguster verursacht ziemlich viel Grünabfall. Macht aber nichts, den Heckenschnitt könnt ihr komplett auf den Kompost legen. Die fiesen kleinen Blättchen, die ihr garantiert nicht aufgesammelt bekommt, könnt ihr einfach unter die Hecke fegen, das düngt sie. Wenn ihr Probleme mit Unkraut unter der Hecke habt, hilft es auch, den Heckenschnitt zu häckseln und drunter zu verteilen.

Eine Ligusterhecke vor dem Heckenschnitt.
Eine Ligusterhecke nach dem Schnitt.

Häufige Fehler beim Heckenschnitt

Zum Gärtnern gehört es auch, Fehler zu machen. Dafür habt ihr aber uns: Denn mit unseren Tipps könnt ihr diese typischen Stolperfallen vermeiden:

  • Zu stark in die alten Äste schneiden – das kann bei Koniferen oder Kirschlorbeer kahle Stellen hinterlassen.
  • In der Mittagssonne schneiden – die Blätter können verbrennen.
  • Während der Brutzeit schneiden – das verstößt gegen das Naturschutzgesetz.
  • Immer die gleiche Höhe schneiden – das bremst das Wachstum. Ab und zu leicht variieren!

So sieht eine gesunde Hecke nach dem Schnitt aus

Eine gut geschnittene Hecke…
✅ ist unten breiter als oben,
✅ hat keine Lücken oder „Lichtlöcher“,
✅ treibt gleichmäßig aus,
✅ und wirkt gepflegt, ohne „abgefressen“ auszusehen.

Unser Tipp, wenn ihr einen Garten neu übernehmt: Macht im ersten Jahr einen beherzten Rückschnitt. Wenn ihr danach dann regelmäßig ein- bis zweimal im Jahr schneidet, bleibt eure Hecke über Jahre schön dicht!

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