Hilfe, Wildverbiss: Was tun, wenn Bäume angenagt wurden?!

Hilfe, die Hasen kommen! Wir haben einen Wildverbiss an unseren Apfelbäumen erlitten. Was wir dagegen unternommen und was wir draus gelernt haben…

Wir haben ja seit Wochen so richtig viel Schnee im Garten. So schön der auch aussieht und so gut er die Pflanzen gegen die fiese Kälte schützt, er hat uns auch einen Wildverbiss eingebracht. Unsere süßen kleinen Apfelbäume sind den Hasen zum Opfer gefallen. Als wir am Wochenende im Garten waren, haben wir an allen drei Apfelbäumchen einen Fraßschaden an der Rinde entdeckt. Besonders schlimm hat es den Boskoop erwischt. Das Problem: Wenn Schnee liegt, finden Hasen und Kaninchen, aber auch Rehe und anderes Damwild kaum Futter und vergehen sich dann an Bäumen.

Fraßschaden durch Wildverbiss an einem Apfel der Sorte Boskoop.
Fraßschaden durch Wildverbiss an unserem Boskoop.

 

Fraßschaden durch Wildverbiss an einem Apfelbaum der Sorte „Roter Mond“.
Fraßschaden durch Wildverbiss an unserem Apfel „Roter Mond“ – der hat wohl nicht so gemundet…

Wildverbiss: Was tun?!

Was also nun tun gegen den akuten Wildverbiss? Gerade, wenn es weiterhin so kalt ist, heißt es als erstes, die Schäden zu bedecken und die Rinde so gut es geht zu schließen.

Ein Apfelbaum in Buschform wird mit Bast gegen Wildverbiss geschützt.
Schritt 1 gegen Wildverbiss: die Wunde verschließen.

Das soll verhindern, dass die Kälte in den Stamm des Baumes eindringt. Man kann dazu zum Beispiel Jute nehmen oder auch Bast. Da die Jute-Saison im Baumarkt vorbei ist, wie wir gelernt haben, haben wir uns für Bast entschieden. Den haben wir um die Wunde gewickelt. Vorher sollte man übrigens die Wunde etwas „säubern“, sodass sich keine Eintrittspforten für Baumpilze und andere Schädlinge bilden können.

Nach dem Schutz der Rinde steht noch ein Schutz der Bäume selbst an. Wir wollen ja a) nicht, dass die Hasen nochmal an die Bäume gehen und b) soll der Bast auch lange halten. Also haben wir Kaninchendraht zurechtgeschnitten und relativ eng um die Bäume gewickelt.

Ein Apfelbaum in Buschform wird mit Bast und Draht gegen Wildverbiss geschützt.
Schritt 2 gegen Wildverbiss: Ein Draht schützt vor weiterem Fraßschaden.

 

 Detailansicht eines Apfelbaums, der mit Bast und Draht gegen Wildverbiss geschützt wird.
Wir hoffen, dass wir mit dem Bast und dem Draht weitere Schäden verhindern können.

Achtung: Nicht zu eng wickeln und die Äste und Zweige pfleglich behandeln. So kann das Bäumchen weiterhin wachsen und die Hasen haben nicht so ein leichtes Spiel, wenn sie wieder mal an die Rinde wollen. Wir hoffen, dass wir so unsere Apfelbäumchen fürs Erste vor weiterem Wildschaden schützen konnten.

Wildverbiss vorbeugen: drei Ideen

Wir haben dann natürlich noch mehr zum Thema Wildverbiss gelesen. Es gibt selbstverständlich Möglichkeiten, den Schäden vorzubeugen. Wir haben drei Tipps für euch gesammelt – die wir beim nächsten Mal, wenn wir Obstbäume pflanzen, auch beherzigen werden!

1. Wildverbiss vermeiden durch Kalkanstrich

Ihr kennt bestimmt Kalkfarbe für Bäume und Sträucher, der vor Frostschäden schützt? Diese helfen auch vor Wildverbiss, weil die Rinde für Kaninchen, Hasen und Rehe ungeniessbar wird. Erst recht, wenn man dem Anstrich noch Hornspäne oder Sand beimengt. Die weiße Farbe schützt übrigens deshalb vor Frostschäden, weil die Rinde sich in der Wintersonne weniger aufheizt. Wenn abends die Sonne untergeht und die Temperaturen wieder anziehen, entstehen sonst oft große Temperaturunterschiede. Diese können dazu führen, dass sich Risse in der Rinde bilden. Dort wiederum friert es gern einmal hinein und der Baum nimmt Schaden. Warum wir nicht damit gegen unseren Wildverbiss vorgegangen sind? Bei Minustemperaturen und noch dazu hoher Luftfeuchtigkeit sollte man den Anstrich nicht auftragen. Sonst riskiert man, Feuchtigkeit mit einzuschließen – und so eine Angriffsfläche für Pilze & Co. zu schaffen.

2. Wildverbiss vermeiden durch Draht oder Manschetten

Draht oder Kunststoff-Manschetten um junge Bäume zu wickeln, kann diese vor Wildverbiss schützen. Die Tiere kommen dadurch nämlich nicht mehr an die Rinde ran oder müssten sich sehr anstrengen – was sie oft nicht so gern machen. Achtung bei der Methode: Den Draht sollte man nicht zu eng stecken oder regelmäßig erweitern, sonst stört er den Baum beim Wachsen. Und: Die Maschen sollten entsprechend eng sein, sonst können die Tiere hindurchknabbern. Die Kunststoffmanschetten wachsen sogar mit.

3. Wildverbiss vermeiden durch Futter-Angebot

Wir finden ja eigentlich „Besucher“ im Garten super, manche mehr (Bienen zum Beispiel), manche weniger (Wühlmäuse, args!!!). Laut den Spuren sind die Bösewichte Feldhasen – und die sind auf jeden Fall schützenswert, besonders in einem naturnahen Garten. Sollte der Schnee noch länger bleiben und wir dadurch noch mehr Wildverbiss im Garten sehen, werden wir die Hasen füttern. Ähnlich wie wenn man Vögel füttern möchte, sollte man auf ein paar Dinge achten – welche Art von Futter das beste ist und wen man damit noch anlockt, zum Beispiel. Mit Heu und Gras, was man in einer sicheren Entfernung von den Bäumen ablegt, kann man die Hasen anlocken. Wer Pellets oder Gemüse füttert, muss damit rechnen, Ratten und andere ungebetene Gäste anzuziehen. Wollen wir natürlich nicht: Uns reichen schon die Wühlmäuse!

Uns zeigt der Fall einmal mehr, wie viel wir beim Gärtnern noch lernen müssen – darüber hatten wir es schon in unserem Post zu einem Jahr Kleingärtner-Sein. 🙂 Falls ihr Tipps gegen Wildverbiss habt, lasst uns gern einen Kommentar da!

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