Saatgut gewinnen, oder: Hamstern fürs nächste Jahr

Neben Büchern und selbst gemachtem Gelee wird bei uns in der Familie noch eine Sache getauscht: Saatgut. Endlich können wir auch mal mitmachen! Wir haben nämlich schon fleißig Saatgut gewonnen, also gesammelt …

Die große Frage: Einjährig oder mehrjährig?!

Samen sammeln und trocknen könnt ihr entweder aus den Blüten oder aus den Kernen in den Früchten der Pflanzen. Dazu muss die Pflanze also mindestens einmal blühen. Klingt logisch, klar! Aber: Bei mehrjährigen Exemplaren wie Rote Bete, Möhren oder Pastinaken müsstet ihr, um Saatgut gewinnen zu können, ein Jahr lang warten. Die haben nämlich im ersten Jahr Früchte bzw. Rüben in diesem Falle – und blühen nicht. Ihr müsstet mindestens eine Pflanze überwintern lassen und bis zur Blüte warten, um Samen zu gewinnen.

Saatgut von Schwarzkümmel auf einem weißen Hintergrund.Bei Erbsen, Bohnen, Schwarzkümmel, Kapuzinerkresse etc. ist das aber kein Problem: Diese Pflanzen sind einjährig und produzieren direkt im ersten Jahr Samen.

So geht das mit dem Saatgut gewinnen

  1. Lasst die Pflanze voll blühen bzw. die Frucht an der Pflanze reif werden
  2. Schneidet die Blüten dann ab bzw. pflückt die Frucht – kurz bevor die Blüte oder die Frucht droht abzufallen.
  3. Blüten mit den Samen erst einmal gut trocknen lassen, dann die Samen herausnehmen oder abknipsen – beim Koriander zum Beispiel eine echte Fleißarbeit! Bei „Früchten“, zum Beispiel bei Kürbis oder Zucchini, die Samen erst einmal von Fruchtfleisch etc. befreien, abwaschen und dann gut trocknen lassen. Hülsenfrüchte am besten in ihrer Hülle trocknen und diese dann entfernen.
  4. Die Samen am besten dunkel und kühl lagern. Dafür bieten sich kleine Tütchen an, die man entweder kaufen oder aber selbst ganz einfach falten kann. Dort halten sie sich bis zu zwei Jahren, so die Faustregel.
  5. Wer den Start des Gartenjahrs gar nicht abwarten kann, kann im Winter schon einmal eine Probekeimung starten. Die Hokkaido-Samen meiner Schwester sind zum Beispiel bei dem Test durchgefallen. Wir hatten aber so viel Spaghetti- und Mandarinkürbis-Samen, dass wir darauf verzichtet haben, Saatgut zu kaufen.

Wenn die Samen nicht aufgehen wollen, kann das folgende Gründe haben:

  • Ihr habt die Frucht oder die Blüten nicht ausreichend reifen lassen.
  • Ihr habt die Samen nicht lang genug trocknen lassen.
  • Die Pflanzen sind nicht samenfest – heißt, ihr könnt zwar Saatgut gewinnen, das ist sind jedoch nicht keimfähig. Das ist in der Regel bei F1-Hybriden der Fall. Deshalb: Denkt wie Hippies, kauft euer Saatgut (und generell euer Gemüse) bio. J

Koriandersamen in einer Schale auf einer Küchenwaage

Wir haben, obwohl wir den Garten erst ein Jahr lang haben, schon ganz gut ernten können und haben dementsprechend auch ein bisschen Saatgut gewonnen. Nämlich von diesen Pflanzen hier:

  • Zuckererbsen
  • Buschbohnen (lila! Und superlecker!)
  • Mohn
  • Zwiebeln
  • Kapuzinerkresse
  • Koriander
  • Malven
  • Schleierkraut
  • Schwarzkümmel

Saatgut-Erbsen kullern aus einer weißen Papiertüte auf einen braunen Tisch.getrocknete Erbsenschoten liegen auf einem Tisch.Dazu noch Saatkartoffeln: Da hebt man am besten einfach kleine makellose Kartoffeln auf und legt sie in eine Schicht Sand in eine abgedunkelte und gut belüftete Kiste.

Noch in Planung sind unsere Zucchini-Samen. Wir lassen gerade noch eine Frucht reifen, die ist schon einen halben Meter lang. Das gibt hoffentlich reichlich Samen fürs nächste Jahr! Was ich dann unbedingt ausprobieren möchte: Saatbänder oder -scheiben selbst zu machen. Das finde ich ja superpraktisch bei der Aussaat – ich tendiere nämlich dazu, viel zu unregelmäßig und dann stellenweise viel zu dicht zu säen.

Sammelt ihr euer Saatgut auch selbst? Und wenn ja, hättet ihr Interesse an einem (Bio-) Saatgut-Tausch? Ich fänd es superspannend, eine Art Kettenbrief/ -Päckchen zu machen und ein paar Dinge loszuschicken und jemand schickt dafür welches von seinem Saatgut weiter und am Ende kommt wieder was bei mir an. Kommentiert doch gern mal, ob ihr dabei wärt! J

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