Wir haben in unserem Garten einen richtigen Schatz gehoben: Rhabarber. Der wächst, als gäbs kein Morgen mehr. Und sorgt regelrecht für Neid unter Kleingarten-Kameraden und auch bei uns in der Familie.

Wir finden nach wie vor reichlich Steine, Scherben und Klimbim in unserem Kleingarten, bzw. im Boden. Dann scherzen wir immer: „Demnächst graben wir noch das Bernsteinzimmer aus!“ ☺ Einen Schatz haben wir bereits schon gehoben: Rhabarber.

Wir haben aktuell vier große Pflanzen sowie einige kleinere Triebe. Und das, obwohl wir eine Pflanze ausgegraben und meiner Schwester zum Geburtstag geschenkt haben. Und sich ein Nachbar schon etwas abgestochen hat. Aktuell wachsen dem Rhabarber erste Stiele mit krausen Blättern. Und man sieht auch schon die Blütenansätze. Wir tippen, dass wir ab Ende April schon ernten können. Vom Markt, also aus der Gegend, kennen wir vor allem die Sorte, bei denen die Stiele außen rot und innen dann grün sind. Unserer gehört zu den roten Sorten mit grünem Fruchtfleisch.

Rhabarber Knospen

Rhabarber Pflege

Pflegeleicht, aber nicht ganz unkompliziert

Rhabarber mag es sehr sonnig und der Boden sollte sehr nährstoffhaltig sein. Viel braucht er nicht. Man sollte ab und zu gelb gewordene oder verwelkte Stiele entfernen. Dabei und auch beim Ernten dreht man die Stiele vorsichtig heraus. Schneiden ist tabu! Wer viel ernten will, sollte die Blütenansätze vor oder direkt mit der ersten Blüte herausdrehen. Rhabarber wendet nämlich sehr viel Energie für die Blüte auf und vernachlässigt dann seine Stiele. Reif ist er, wenn die Stiele eine bestimmte Dicke und Höhe erreicht haben (ca. 30 Zentimeter) und wenn die Blätter halbwegs glatt sind. Ab Mitte/Ende April geht es los.

Rhabarberernte in slowmotion klingt ein bisschen wie Bäume fällen 🤔 🌲🌲🌲

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Rhabarberernte 2017

Edit: Wir haben Ende April die ersten Stiele, ganze 800 Gramm schwer, geerntet. Und natürlich gleich probiert. Unser Rhabarber ist sehr süß mit einer feinen Säure. Besser geht es nicht. Anfang Mai hatten wir weitere 1,5 Kilogramm im Kühlschrank. Mitte Mai haben wir noch einmal 3,3 Kilogramm (Wahnsinn, oder?!), Ende Mai und Anfang Juni dann jeweils noch einmal 1,8 Kilogramm geerntet. Mitte Juni folgten weitere 1,8 Kilogramm. Und dann bei der letzten Ernte, am 23. Juni, sind noch einmal 2,7 Kilogramm zusammengekommen. Insgesamt liegen wir bei 13,7 Kilo Rhabarber in diesem Jahr – stolzer könnten wir Gartenneulinge kaum sein!

Wer Rhabarber richtig lagern will, sollte ein paar Dinge beachten: Durch den hohen Gehalt an Oxalsäure darf der grün-rote Geselle nicht auf Metalle treffen. Metallgefäße oder Alufolie sind tabu! Ihr schlagt ihn besser in ein feuchtes Tuch ein und legt ihn in den Kühlschrank. Dort hält er sich ein paar Tage lang frisch.

Rhabarber nach der Ernte

Rhabarber: Nach Johanni ist Schluss!

Nach dem 24. Juni, also dem Johannistag, ist dann Schluss mit der Ernte. Das hat zwei Gründe: Rhabarber braucht viel Zeit, um sich zurückzuziehen. Und ab dem Zeitpunkt enthalten die Stiele sehr viel Oxalsäure – die für Menschen eigentlich giftig ist. Rhabarber zieht sich von allein zurück, man muss ihn eigentlich bis zum Winter nicht mehr pflegen. Dann tut es eine Portion Pferdemist, damit er noch besser austreibt. Hat jemand von euch zufällig ein Pferd?!

Rhabarber – Gemüse oder Obst?

Eigentlich zählt Rhabarber zu den Gemüsen. Weil man ihn aber eher süß isst, kennen ihn viele Menschen als Obst. Wir essen ihn sowohl süß – zum Beispiel in einem Crumble, als Kompott oder in Marmelade – als auch herzhaft, zum Beispiel in einer Soße zu Spargel. Florian hat euch ein Rezept seiner Oma für Rhabarbertarte aufgeschrieben. Yummy!

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