Eine Keimprobe machen: So geht’s

Während das Weiß und Grau da draußen Hamburg und Umgebung im Griff haben, legen wir drinnen los mit der Gärtnerei. Bevor die erste Anzucht dran ist, machen wir erst einmal eine Keimprobe.

Was ist eine Keimprobe?

Bei einer Keimprobe schaut ihr, ob euer Saatgut (noch) etwas taugt. Es ist sozusagen ein Testlauf für die Samen. Der dient übrigens nicht dazu, Pflanzen anzuziehen. Dafür ist es nämlich noch zu früh!

Wieso sollte ich eine Keimprobe machen?

Wenn ihr selbst gezogenes Saatgut aussäen wollt, aber nicht wisst, ob es etwas taugt, bietet sich eine Keimprobe an. Wieso eure Samen nicht aufgehen sollten? Zum Beispiel, weil ihr experimentiert habt und euch nun nicht sicher seid, ob eure Mutterpflanze samenfest war. Manche Sorten bilden nämlich Samen, die dann aber nicht keimfähig sind. Oder aber ihr habt die Samen nicht reif genug werden lassen. Das kann ebenso dazu führen, dass das Saatgut nichts taugt. Wer Selfmade-Samen geschenkt bekommt oder auf einer Börse kauft oder tauscht, sollte sowieso einmal austesten, ob sie gut sind.

Saatgut, das länger als ein Jahr liegt, sollte dringend getestet werden. Der Grundgedanke der Keimprobe: Wenn ihr frühzeitig ausprobiert, ob eure Pflanzensamen etwas werden können, habt ihr noch genügend Zeit, entsprechend welche zu bestellen und vorzuziehen! Stellt euch mal vor, ihr merkt erst im März oder April, dass euer Saatgut nichts ist: Wie ärgerlich wäre das, wenn ihr nochmal von vorne anfangen müsstet, oder?!
Außerdem könnt ihr auf diese Weise sichergehen, dass es nicht am Saatgut liegt, wenn eure Saat nicht aufgeht.

Der beste Zeitpunkt, um eine Keimprobe durchzuführen?

Ihr führt das Probekeimen mit reichlich Vorsprung vor der Gartensaison durch. Am besten eignen sich dafür Dezember, Januar und Februar. Es ist der perfekte Zeitpunkt, um euer Saatgut auf die Probe zu stellen, bevor ihr euren finalen Gartenplan aufgestellt und Pflanzensamen bestellt habt. Wir machen die Keimprobe recht spät – manche von euch sind ja schon fleißig am Vorziehen! – aber bei uns geht es aufgrund der geringen Temperaturen auch erst spät los.

Keimprobe durchführen: So geht’s

Für die Probe der Keimfähigkeit braucht ihr eine Schale oder einen Teller, Küchentuch oder Watte sowie Wasser, am besten aus einer Sprühflasche. Dazu eine weitere durchsichtige Schale oder Klarsichtfolie. Und eure Samen natürlich!

Auf einem Tisch steht, was man für eine Keimprobe braucht: Eine Schale oder einen Teller, Küchenpapier und Wasser.
Was ihr für eine Keimprobe braucht: Eine Schale oder einen Teller, Küchenpapier und Wasser.

Schritt 1: Euer Saatgut für die Keimprobe aussuchen

Wie oben schon beschrieben, sucht ihr die Kandidaten für den Test aus: Welches Saatgut ist schon älter? Welches habt ihr selbst gewonnen? Bei uns sind vor allem Kürbisse in die Testauswahl gekommen. Die Samen haben wir zum Teil aus Früchten aus unserer Biokiste und von Mutti gewonnen. Bei unserem Salat waren wir uns nicht sicher, ob der samenfest ist. Mal sehen, ob etwas aufgeht!

 Keimprobe mit Salat, Spinat und Rucola (von links nach rechts).
Keimprobe mit Salat, Spinat und Rucola (von links nach rechts).

 

Keimprobe mit Hokkaidokürbis, Türkenturban, Mandarinkürbis und Spaghettikürbis (von links nach rechts).
Keimprobe mit Hokkaidokürbis, Türkenturban, Mandarinkürbis und Spaghettikürbis (von links nach rechts).

Schritt 2: Samen verteilen und mit Wasser besprühen

Legt nun eure Unterlage zurecht und verteilt eure Samen. Für eine Keimprobe nehmt ihr mehrere zugleich. Besprüht sie nun mit Wasser.

Auf einem Tisch liegt eine Schale mit Küchenpapier, eine Hand verteilt Kürbissamen darauf
Eine Keimprobe für verschiedene Kürbissorten, die wir selbst gezogen haben (deshalb auch nur so wenige Samen der einen Sorte…).

Schritt 3: Abdecken und auf die Heizung legen

Stellt eure Unterlage auf die Heizung oder zumindest einen warmen Ort. Ihr wollt das Austreiben ja beschleunigen, deshalb ist hier „schummeln“ erlaubt. Befeuchtet das Saatgut an den folgenden Tagen immer wieder, wenn es ausgetrocknet ist , sodass es genügend Wasser zum Keimen hat. Ganz ähnlich, wie wenn ihr Kresse auf der Fensterbank ziehen wollt. Wenn ihr Dunkelkeimer testet, deckt ihr diese noch ab oder stellt eure Keimprobe an einen dunklen Ort.

Wenn ihr nach zwei bis drei Wochen Keimlinge sprossen seht, wisst ihr: Das Saatgut kann etwas werden – eure Kandidaten haben die Keimprobe bestanden! Sind deutlich mehr als die Hälfte der Samen aufgegangen: Super! Ab in die Erde damit! Sind ziemlich genau die Hälfte aufgegangen, dann solltet ihr die Samen etwas dichter aussäen. Viel weniger bis gar keine Bewegung in eurer Probe: Sorry, dann hat es leider nicht geklappt und ihr müsst doch noch Saatgut bestellen!

2 Kommentare

  1. Hallo Debo,
    schöne Anleitung für eine Keimprobe 🙂 Wir haben dieses Jahr schon mit der Paprika Anzucht begonnen. Zum einen haben wir das Saatgut direkt in die Erde gesät und zum anderen mit dem Bio Snacky eine Keimprobe gemacht. Das hat sehr gut funktioniert 😉

    Bei uns läuft aktuell noch eine Blogparade, vielleicht habt Ihr ja Lust mitzumachen 🙂

    Lieben Gruß Basti

    1. Hi Basti, danke für deinen Kommentar – und die Einladung, der folgen wir gern! 🙂
      Ach, witzig, in diesem Keimturm? Das ist ja eine coole Idee!
      Liebe Grüße
      Debo

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