Kartoffeln anhäufeln: Warum eigentlich?!

Selbst, wer noch keine Kartoffeln gepflanzt hat, kennt den Begriff Kartoffeln anhäufeln oder Kartoffeln häufeln. Wie genau das geht und warum man das eigentlich macht? Wir sind dem auf den Grund gegangen … 

Kartoffeln anzupflanzen, erfordert eigentlich nicht viel Aufwand. Wie bei jeder anderen Pflanze auch, freut sie sich über freie Bahn, sprich: Man sollte hin und wieder Unkraut jäten. Und die Kartoffeln häufeln.

Warum man Kartoffeln anhäufeln sollte

Kartoffeln sind Rhizome, also unterirdisch wachsende Stärkespeicher. Mit dem Häufeln der Kartoffeln verhindert man, dass die Knollen Sonne bekommen und Grün werden. Angeblich werfen Kartoffeln, die man anhäufelt, auch mehr Ertrag ab. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Dämme, die über die Zeit entstehen, schneller warm werden und die Wärme besser speichern können. Und, noch ein Grund, der dafür spricht, Kartoffeln anzuhäufeln: Man kommt zur Ernte deutlich besser an die Kartoffelknollen heran. Da wir unsere Beete durch die Beeteinfassungen und die zehn Kubikmeter Mutterboden ja etwas erhöht haben, wird das also ein Spaziergang.

Aber jetzt eins nach dem anderen. Erst einmal müssen die Kartoffeln richtig wachsen. Und gehäufelt werden.

Kartoffeln häufeln: Kartoffelpflanze der Sorte Amandine in einem Beet.
Die noch kleinen Kartoffeln im Beet.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Kartoffeln zu häufeln?

Mit dem Kartoffeln anhäufeln geht es los, sobald das erste Kartoffelkraut sichtbar ist bzw. es etwa zehn Zentimeter hoch steht. Wie lang das ungefähr dauert? Wir haben die Kartoffeln vor dem Setzen keimen lassen und die Erde mit Vlies abgedeckt. Daher gab es bei uns nach drei Wochen das erste Grün. Und das, obwohl es im April nach einem sonnigen und warmen ersten Wochenende noch einmal richtig eisig geworden ist. Über Ostern waren wir nicht im Garten – und Bodenfrost sowie Hagel haben uns einen Frostschaden an den Kartoffeln beschert. Seht ihr die braunen Flecken auf den Blättern?

Kartoffeln häufeln: Kartoffelpflanze mit Frostschaden.
Einige unserer Kartoffeln haben Frostschaden erlitten.

Das Gute: Ein leichter Frost schadet den Pflanzen nicht so sehr wie befürchtet. Wir haben die Kartoffeln nach Ostern flugs angehäufelt und siehe da: Es geht ihnen blendend!

 

Wie und mit welchem Werkzeug häufele ich Kartoffeln an?

Wie geht das eigentlich, das Kartoffeln anhäufeln? Gute Frage! Wussten wir auch nicht mehr so recht, und das, obwohl wir beide als Kinder und Teenies häufig im Garten ranmussten. Also direkt nachgeguckt und dann ran ans Werk. Wir haben mit der Hacke und einer kleinen Harke gearbeitet.

  1. Mit der Hacke lockert man zunächst den Boden auf.
  2. Dann jätet man das Unkraut, sofern sich welches angesiedelt haben sollte. Per Hand oder mit der Harke, je nachdem.
  3. Mit der Harke oder der breiten Seite der Hacke zieht ihr nun Erde aus dem „Graben“ auf die Pflanzen. Und zwar so viel, dass etwa die Hälfte der Krauts bedeckt ist.

Ihr seht: Kartoffeln zu häufeln ist kein Hexenwerk. Man sollte das nach ca. drei Wochen wiederholen. Wichtig ist eben, dass niemals Knollen freiliegen. Und dass keine Schädlinge an den Kartoffeln knabbern. Und dass das Kraut nicht fault. Das ist aber wohl eher in Süddeutschland ein Problem. Schauen wir mal …

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