Hecke schneiden – wann, wie, warum?!

Wer seine Liguster-Hecke schneiden will, darf nach Johanni ran – warum das so ist und wieso schräges Schneiden endlich mal erlaubt ist.

Wir haben, wie ungefähr alle anderen Mit-Schreber in unserem Kleingarten-Verein, eine Ligusterhecke und die war schon länger fällig für einen Formschnitt. Nach Johanni, also dem 24. Juni, durften wir endlich ran. Der Tag ist im Garten sehr wichtig: Spargel, Rhabarber und Erdbeeren haben nach dem Datum Pause. Und die Vögel haben in der Regel fertig gebrütet, deshalb ist Hecke schneiden ab Ende Juni erlaubt. Aber Achtung: Man sollte lediglich einen Formschnitt machen, radikalere Rückschnitte von Hecken und anderen Gehölzen sind erst ab September erlaubt.

Wann sollte man welche Hecke schneiden?

Es gibt zahlreiche andere Arten von Hecke. Welche man wann schneiden sollte? Man unterscheidet hier zwischen sommergrünen – Kirschlorbeer, Weißdorn oder Buche/Hainbuche – und immergrünen Hecken wie solchen aus Nadelgehölzen, Buchsbaum und Liguster. Erstere kürzt man im März und/oder im Juli. Die immergrünen Hecken bringt man kurz nach Johanni in Form, größere Schnitte sollte man in den August oder September legen.
Hecken, die gut wachsen, kann man öfter und stärker schneiden. Buchsbaum zum Beispiel wächst relativ langsam, hier sollte man es nicht übertreiben. Liguster hingegen schießt gern mal, hier kann man öfter und auch großzügiger ran.

Bis wann ist Hecke schneiden erlaubt?

Es gibt beim Hecke schneiden kein offizielles Enddatum. Wer allerdings zu spät schneidet, der riskiert Frostschäden. Ähnliches gilt für das Hecke schneiden im Hochsommer. Wer in einer Hitzeperiode oder bei strahlendem Sonnenschein der Hecke zu Leibe rückt, muss damit rechnen, dass die Pflanzen einen Sonnenbrand abbekommen. Also besser, man schneidet die Hecke an einem bewölkten Tag. Kein Problem für uns in Hamburg, würde ich sagen!

Hecke schneiden – wie geht das denn nun?!

Das braucht ihr für euren Heckenschnitt:

hecke-schneiden-material

  • Heckenschere – gibt’s in elektrisch, aber auch oldschool in handbetrieben
  • Gartenschere
  • Bei Bedarf auch eine Astschere
  • Handschuhe
  • Zollstock
  • Schutzbrille, sollte die Hecke euch über den Kopf ragen
  • Rechen
  • Korb/ Schubkarre für den Grünabfall

Hecke schneiden Schritt für Schritt

Schritt 1: Die Höhe festlegen

Bevor ihr loslegt, solltet ihr natürlich wissen, wie hoch eure Hecke werden soll. Das ist bei uns ganz leicht: Im Kleingarten sind maximal 1,10 Meter erlaubt. Und die Nachbarn haben schon vorgelegt, also habe ich mich in der Höhe an deren Hecken orientiert.

Schritt 2: Die obere Kante schneiden

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Ich habe mir nun erst einmal eine Kante oben an der Seite entlang geschnitten. Daran habe ich mich dann bei den nächsten Schritten und Schnitten orientiert. Ihr könnt entweder mit dem „Dach“ oder mit den Seiten anfangen, das ist eigentlich egal.

Schritt 3: Die Hecke schneiden – von unten nach oben

Hecken schneidet man am besten so, dass die unteren Zweige etwas länger sind als die darüber liegenden. So kommt die Sonne überall gut hin. Ihr habt bestimmt schon ein paar dieser Hecken gesehen, die einen grünen „Kopf“ haben, unten aber völlig kahl sind. Das liegt meistens an der falschen Schnittform! Zugegeben, ich habe es etwas übertrieben, ganz so arg muss man das nicht machen. Aber wir hatten unten ein paar Löcher in der Hecke und der Plan ist, dass diese über den Sommer zuwachsen. Bei dicken Ästen nehmt ihr am besten die Astschere, dann schont ihr eure Heckenschere.
Nach den Seiten habe ich das „Dach“, also die Oberkante der Hecke, geschnitten. Das gibt Muskeln!

Ein Tipp: Zwischendurch solltet ihr die Hecke – gerade, wenn es Liguster ist – ein paar Mal schütteln. So rüttelt ihr die Äste in Form und entdeckt noch den einen oder anderen Querschläger.

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Schritt 4: Hecken-Ecken schneiden und säubern

Gefällt euch die Hecke soweit, geht es an die Ecken und die schwierigen Kanten. Bei uns sind das die kurzen Seiten, mit denen das Gartentor eingerahmt ist. Hier musste ich etwas schütteln und rütteln, um zu sehen, wohin die Zweige eigentlich gehören. Hier schneidet man auch wieder oben-kurz-unten-lang. Jetzt würde ich noch einzelne Äste und Zweige nachschneiden. Das gelingt euch filigraner, wenn ihr eure Gartenschere zur Hand nehmt.

Schritt 5: Den Grünschnitt aufräumen

Liguster verursacht ziemlich viel Grünabfall. Macht aber nichts, den Heckenschnitt könnt ihr komplett auf den Kompost legen. Die fiesen kleinen Blättchen, die ihr garantiert nicht aufgesammelt bekommt, könnt ihr einfach unter die Hecke fegen, das düngt sie. Wenn ihr Probleme mit Unkraut unter der Hecke habt, hilft es auch, den Heckenschnitt zu häckseln und drunter zu verteilen. Wir haben im vergangenen Herbst Häcksel aus allerlei Holzschnitt unter die Hecke getan, das hat auch viel geholfen!

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