Goldrute: Fluch oder Segen im Garten?

Seit ein paar Tagen blüht bei uns im Garten die Goldrute. Die Blüten sind sehr hübsch und die Bienen freuen sich auch. Aber: Goldrute ist sehr umstritten – denn sie breitet sich fast unkontrollierbar aus.

Welche Sorten der Goldrute gibt es?

Weil ich die Goldrute so schön finde, aber unsere Nachbarn im Garten immer darüber schimpfen, habe ich mich mal schlau gemacht. In einem unserer Rosenbeete breitet sich eine Kanadische Goldrute mehr und mehr aus. Sie ist, wie der Name schon sagt, ein „Einwanderer“ – was im Garten (und in der Tierwelt) oft dazu führt, dass sich Pflanzen unkontrolliert vermehren, da keine Feinde vorhanden sind. Heimisch ist bei uns eigentlich die Echte Goldrute, ein Wildkraut, das in vielen Bauerngärten angepflanzt wurde. Man kann sie nämlich als Heilpflanze verwenden, ein Blütenaufguss hilft gegen Nieren- und Blasenbeschwerden. Noch ein Argument für die Goldrute: Sie wird bis zu 1,50 Metern hoch und  bietet so eine tolle optische Abwechslung zu anderen, eher kleinwüchsigen Stauden.

Blüte einer Goldrute vor grünem Laub

Und was kann die Kanadische Goldrute?

Die Kanadische Goldrute hat leider wenig medizinische Fähigkeiten. Da wir ja aber eigentlich in erster Linie einen Nutzgarten haben wollen, habe ich nach anderen Verwendungen der Goldrute gesucht. Und siehe da: Aus den Blüten der kanadischen Schönheit kann man wohl einen nach Honig schmeckenden Sirup gewinnen. Das werden wir demnächst direkt mal ausprobieren. Und wenn es uns schmeckt, koche ich den Blütensud wie unser Holunderblütengelee ein.

Nebenbei bemerkt ist unsere Kanadische Goldrute ein echter Bienenmagnet. Seitdem der Bienenfreund nicht mehr blüht und die goldenen Blüten sich geöffnet haben, ist hier richtig was los. Und wenn etwas für Bienen attraktiv ist, ist es uns eigentlich schon Nutzpflanze genug.

Goldruten von einer weißen Hauswand

Den Wuchs der Goldrute eindämmen – ja oder nein?

Obwohl alle Gartenmagazine dazu raten, werden wir die Goldrute erst einmal wachsen lassen.  Um zu verhindern, dass sie zu sehr aussamt, werden wir aber einen Teil der Blüten ernten. Die Pflanze breitet sich auf zwei Wegen aus, über die Blüten und unterirdisch, über Rhizome. Die könnte man ausbuddeln und austrocknen lassen. Aber davon sehen wir lieber ab – im Moment haben wir den Platz. Und gerade jetzt im August, wo die Löwenmäulchen und die Rosen in Sachen Blüten ein wenig nachlassen und sich sonst nicht allzu viel an Farbe zeigt, sind wir ganz froh über den Farbfleck neben unserer Gartenhütte.

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