Natürlich Gärtnern? Aber natürlich!

Natürlich gärtnern wir natürlich! Was das für uns heißt und warum wir giftfrei gärtnern – einmal auf den Punkt gebracht.

Eigentlich gibt es dafür keinen wirklichen Anlass – außer, dass es bei uns (wie überall in Deutschland) so schlimm kalt und winterlich ist, dass wir mal Zeit für solche grundsätzlichen Dinge haben. Und: Basti von den Naturgartenideen hat zu einer Blogparade aufgerufen. Das Thema: giftfreies Gärtnern! Da haben wir auf jeden Fall etwas zu beizutragen!

Noch vor der Übernahme unseres Kleingartens in Hamburg stand für uns fest: Wir wollen natürlich Gärtnern. Warum?

Drei Gründe, natürlich zu gärtnern:

  1. Wer natürlich gärtnert, muss sich am Ende keine Gedanken darüber machen, was er isst. Wir können das, was wir bei uns erwirtschaften, besten Gewissens selbst verzehren und auch verschenken.
  2. Natürlich oder auch naturnah zu gärtnern, heißt auch, weniger Müll zu produzieren und damit die Umwelt zu schonen.
  3. Natürliches Gärtnern hilft dabei, Artenvielfalt zu wahren und tut was für die Nützlinge im Garten.

Was bedeutet eigentlich natürliches Gärtnern?

Natürlich zu gärtnern bedeutet für uns vor allem eins – im Einklang mit der Natur zu gärtnern. Keinen Schaden anzurichten und unseren Garten immer mit einem Blick auf die Tiere um uns herum zu bewirtschaften. Dazu gehört auch, keinen Raubbau am Boden zu betreiben. Deshalb haben wir uns für eine Fruchtfolge wie in einem klassischen Bauerngarten entschieden. Auf Beete, die in einem Jahr mit Starkzehrern bepflanzt wurden, folgen im Jahr drauf schwach zehrende Pflanzen. Dazwischen helfen wir mit Gründüngung nach, damit sich der Boden erholen kann.

Das tun wir außerdem für einen naturnahen Garten:

Wir spritzen nicht gegen Unkraut oder Schädlinge, wir setzen auf einen giftfreien Garten. Das einzige, was wir uns erlauben: Im Sommer hatten wir eine Blattlausplage auf unseren Petersilienwurzeln – da haben wir mit Seifenlauge (biologisch abbaubare!) nachgeholfen.

Natürlich gärtnern: Eine Hagebutte vor einem grünen Rasen.
100 Prozent Natur: Hier wird nicht gespritzt und nur natürlich gedüngt. Den Pflanzen gefällts!

Wir düngen nach den biodynamischen Vorgaben mit natürlichen Stoffen wie etwa Hornspäne. Unsere Rosen haben nach dem Schnitt im vergangenen Jahr eine große Portion abbekommen.

Wir haben einen Kompost angelegt und verwerten dadurch unsere Gartenabfälle.

Apropos Wiederverwertung: Wo wir können, recyclen wir Materialien. Etwa Zeitungen, Eierkartons und Zitronen für unsere Anzucht-Töpfchen. Und auch größere Dinge: Zum Beispiel unsere Gartenhütte, die halb aus einer „übriggebliebenen“ Hütte aus Süddeutschland aufgebaut ist. Und auch die Regentonnen unserer Nachbarn aus der Kolonie nutzen wir secondhand – genau wie etliche Werkzeuge, die wir auf dem Flohmarkt gekauft oder von Freunden und Familienmitgliedern übernommen haben.

Wir verwenden nur Sorten- und samenfestes Saatgut in Bioqualität, zum Beispiel von Bingenheimer Saatgut, Dreschflegel & Co. zu nutzen. Wenn möglich, gewinnen wir Saatgut selbst oder tauschen, um möglichst nachhaltig zu wirtschaften.

Wir tun aktiv etwas für Nützlinge im Garten: Wir haben ein Igelhaus gebaut und schaffen im Sommer blühende Flächen für Insekten. Zum Beispiel, indem wir einfach mal eine Fläche Bienenfreund ansäen. Oder einen Teil unserer angepflanzten Kräuter – etwa die von Rühlemann’s – blühen lassen. Oder einfach mal „Unkraut“ stehen lassen – Brennnesseln und Disteln stehen bei den Flattermanns hoch im Kurs!

Natürlich gärtnern: Die Blüte eines Efeus.
Insekten liiiiieben Blütenstände, zum Beispiel die eines Efeus.

Bei unserer Gartenhütte haben wir versucht, so viele natürlich verträgliche Materialien wie möglich zu verwenden. Für komplette Bio-Hölzer ist unser Budget ehrlich gesagt zu niedrig, wir achten aber darauf, vernünftiges Holz aus Europa zu kaufen. Und Farben und Lasuren sind dann wieder öko!

Natürlich gärtnern: Ein Heupferd sitzt auf einem Stück Holz.
Wenn sich die Heufperdchen bei uns wohl fühlen, geht das Konzept des naturnahen Gärtnerns auf, oder?

Ihr seht: Man kann an vielen Schräubchen drehen, um dem naturnahen Garten etwas näher zu kommen! Wie sieht es bei euch aus: Wie natürlich ist eure Art zu gärtnern, was ist euch besonders wichtig dabei?

Übrigens gibt es auch eine Gartenzeitschrift, die sich komplett dem Thema verschrieben hat: Natürlich Gärtnern & anders leben. Auch eine von den guten – wenn auch keine kraut & rüben! 🙂

4 Kommentare

    1. Hi Anja – sehr gern! Ich hab die Website nochmal verlinkt – das ist die Zeitschrift mit dem Marienkäfer im Logo, ganz süß. 🙂 Viele Grüße aus Hamburg!

  1. Liebe Debo,
    Ich finde es toll, dass du so stark hinter der Nachhaltigkeit stehst und sie auch lebst! Ich finde deinen Artikel wirklich ganz toll!
    Vielleicht hast du ja Lust, einen Artikel über Gemüseanzucht zu schreiben? Ich veranstalte dieses Jahr die Blogparade „Gemüse selber züchten“. Ich würde mich freuen, wenn du dich daran beteiligst!
    Viele Grüße, Izabella

    1. Hi Izabella, vielen Dank für deinen Kommentar und die Einladung! 🙂 Wir werden demnächst nämlich unsere Hochbeete aufstellen und besäen – da fällt bestimmt ein Artikel zu deiner Blogparade bei ab… Ganz liebe Grüße, Debo

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